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Finanzinvestoren : Übernahme von Scout24 scheitert

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Eigentlich wollten Finanzinvestoren den Onlinemarktplatz-Betreiber übernehmen. Doch der Coup ist gescheitert.

          Die Übernahme des Onlinemarktplatz-Betreibers Scout24 durch Finanzinvestoren ist geplatzt. Die Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent für das Gebot sei nicht erreicht worden, teilte Scout24 am Dienstag in München mit. Das Unternehmen befindet sich größtenteils in Streubesitz und ist an der Börse fast fünf Milliarden Euro wert.

          Der Finanzinvestor Hellman & Friedman hatte das Münchner Unternehmen erst vor drei Jahren an die Börse gebracht. Im Februar legte er zusammen mit dem Finanzinvestor Blackstone ein Übernahmeangebot vor, das vom Scout24-Vorstand unterstützt wurde. Vorstandschef Tobias Hartmann sagte am Dienstag, er respektiere die Entscheidung der Aktionäre. Neben den erfolgreichen Marktplätzen ImmobilienScout24 und AutoScout24 wolle er jetzt die Vermittlung von Krediten und Versicherungen ausbauen.

          Der Aktienkurs des im MDax notierten Unternehmens brach nach der Bekanntgabe am Dienstag des Scheiterns zeitweise um mehr als sieben Prozent ein. Zuvor hatte sich das Papier seit Bekanntwerden des Angebots im Februar in der Nähe des Gebotspreises gehalten, den die Finanzinvestoren Mitte Februar auf 46 Euro pro Aktie nachbesserten. Am frühen Nachmittag lag die Scout24-Aktie noch rund fünf Prozent im Minus.

          In den ersten drei Monaten des Jahres steigerte Scout24 seinen Umsatz deutlich. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zogen die Erlöse um ein Fünftel auf 148,8 Millionen Euro an und damit stärker als von Branchenexperten erwartet.

          Zu dem starken Umsatzwachstum im ersten Quartal trug maßgeblich die Onlineplattform AutoScout24 bei, wo Verkäufer und Kunden für Neu- und Gebrauchtwagen, Motorräder und Nutzfahrzeuge zusammenfinden. Auch die Plattform ImmobilienScout24 für die Vermittlung von Häusern und Wohnungen trug dazu bei. In der Sparte Consumer Services wirkte sich vor allem der Zukauf des Finanzportals Finanzcheck.de positiv aus. Das Umsatzwachstum im ersten Quartal betrug dort rund 59 Prozent. Die Zahlen wurden wegen der Anwendung neuer Bilanzierungsregeln (IFRS 16) gegenüber den in der Mitteilung zum ersten Quartal 2018 berichteten Werten angepasst.

          Der bereinigte operative Konzerngewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um rund 11 Prozent auf 70,9 Millionen Euro. Die bereingte Ebitda-Marge lag bei 47,7 Prozent und somit etwas höher als im Vorjahresquartal (47,5 Prozent). Unter dem Strich ging das auf die Aktionäre entfallende Ergebnis um rund 14 Prozent auf 26,1 Millionen Euro zurück. Das Unternehmen begründete dies mit höheren Personalkosten sowie Belastungen aus Zu- und Verkäufen.

          Finanzchef Christian Gisy bestätigte seine Prognose für das Gesamtjahr. Der Umsatz soll 2019 um 15 bis 17 Prozent zulegen. Wegen weiterer Investitionen in das Wachstum von Finanzcheck.de rechnet der Vorstand mit einer operativen Marge (Ebitda) zwischen 52,0 und 54,0 Prozent./elm/stw/stk

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