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Übernahme : HVB und Consors würden passen

  • Aktualisiert am

Interessiert an Consors-Übernahme Bild: dpa

Der Online-Broker Consors hat das Interesse der HypoVereinsbank geweckt. Eine Übernahme halten Analysten durchaus für sinnvoll.

          Die Münchner HypoVereinsbank hat offenbar Interesse an einer Übernahme des Nürnberger Discount-Brokers Consors. Analysten halten dieses Bestreben durchaus für sinnvoll und räumen dem Unternehmen Chancen ein.

          „Das werden wir uns gründlich anschauen“, sagte der Vorstandssprecher der HypoVereinsbank Albrecht Schmidt den Angaben zufolge dem „Handelsblatt“ (Montagausgabe). Consors sei interessant und habe viele gute Kunden.

          Für das laufende Jahr erwartet Schmidt nach eigenen Worten weitere Zusammenschlüsse und Übernahmen auf dem deutschen Bankenmarkt. „Wir sind interessiert, eine aktive Rolle bei diesem Konsolidierungsprozess zu spielen, aber es muss immer passen.“

          Bei Consors geht Schmidt dem Bericht zufolge von mehreren Interessenten aus. Der Nürnberger Online-Broker steht zum Verkauf, seit die Muttergesellschaft SchmidtBank in Schieflage geraten ist. Ein Bankenkonsortium, zu dem auch die HypoVereinsbank gehört, hatte Consors Mitte November gerettet. Dem Medienbericht zufolge habe die HypoVereinsbank bereits im vergangenen Jahr über einen Kauf verhandelt.

          Analysten räumen einer möglichen Übernahme der Consors durch die HypoVereinsbank große Chancen ein. Synergien werden im Falle einer Übernahme nicht nur aus der Zusammenlegung der Back office-Aktivitäten freigesetzt, meint Analyst Georg Kanders von der WestLB. Zugleich wird seiner Ansicht nach auch das bislang zurückhaltende Auslandsgeschäft gestärkt. So würden sich beispielsweise in Frankreich die dritt- und viertstärkste Direktbank vereinen. Darüber hinaus sei Consors in Spanien stark vertreten, in der Schweiz gebe es Überschneidungen mit der Online-Tochter der HypoVereinsbank, der Direktanlage Bank (DAB).

          Auch Anleger mit überdurchschnittlicher Zahl und Volumen von Transaktionen, sogenannte Heavy trader, die bislang eher bei Consors konzentriert sind, könnte Kanders zufolge auch bei der DAB heimisch werden. Allerdings werde es auch einen gewissen “Abschmelzungsprozeß“ bei den Kunden geben, räumte der Analyst ein. Klaus Baumann von SES Research verweist darauf, dass Consors ihre Kunden durch Internet-tools und Produkt-Innovationen stark an die Marke gebunden hat.

          Albrecht Schmidt sieht trotz aller aktuellen Schwierigkeiten der Direktbanken eine Zukunft für Discount-Broker. „Wir gehen vom Erfolg dieses Geschäftsmodells aus“, sagte er. Die Übernahme von Consors könnte die HypoVereinsbank-Tochter DAB stärken. Schmidt wies jedoch darauf hin, dass nicht von einer Integration der DAB Bank die Rede sei. Zuvor hatte es mehrfach Spekulationen gegeben, die Tochter würde wieder in den Münchner Konzern eingegliedert.

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