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Macht der Zentralbanken : Überforderte Giganten

Das Licht der untergehenden Sonne spiegelt sich in der Glasfassade der Europäischen Zentralbank (EZB). Bild: dpa

In der Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft sorgten Zentralbanken nur für stabiles Geld. Heute sind sie zu Versicherern gegen wirtschaftliche Großrisiken geworden.

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          Am 23. Mai 1956 hielt Bundeskanzler Konrad Adenauer im Kölner Gürzenich eine Rede, die in die Geschichte der deutschen Geldpolitik eingegangen ist. Vor Vertretern des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI) attackierte Adenauer vehement den Zentralbankrat der in Frankfurt ansässigen Bank deutscher Länder (der Vorläuferin der 1957 gegründeten Deutschen Bundesbank) wegen einer am gleichen Tag beschlossenen Leitzinserhöhung. Er sei unbeteiligt gewesen an diesem Beschluss, betonte Adenauer gegenüber den Industriellen.

          Gerald Braunberger
          Herausgeber.

          „Der Zentralbankrat, meine verehrten Herren, ist vollkommen souverän gegenüber der Bundesregierung“, sagte Adenauer. „Er ist natürlich verantwortlich gegenüber sich selbst. Aber wir haben hier ein Organ, das niemandem verantwortlich ist, auch keinem Parlament, auch nicht einer Regierung. Umso größer, meine Herren, ist nach meiner Meinung die Verantwortung, die ein jedes Mitglied eines solchen Organs vor sich selbst zu tragen hat.“

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