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Abwenden von der Atomkraft : Nuklearer Umbruch

Atomkraftgegner halten am 25.04.2011 in Bergrheinfeld zwei „Atomkraft Nein Danke“-Fahnen vor die Kühltürme des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld. Bild: dpa

Immer mehr Regierungen wenden sich von der Kernenergie ab – selbst Frankreich reagiert jetzt. Für das Klima ist das keine gute Nachricht.

          Atomkraft – nein danke: Die Botschaft des alten gelb-roten Aufklebers lächelt jetzt zunehmend auch den Unternehmen entgegen, die sich mit Kernenergie an die Aktionäre wenden. Selbst Frankreich, das Heimatland des Atomstroms, muss darauf reagieren.

          Die Regierung will das Geschäft des Energiekonzerns EdF aufteilen – in eine Art staatliche „Bad Bank“ mit dem risikoreichen Nukleargeschäft und in eine „gute“ Gesellschaft mit erneuerbaren Energien, die den Investoren schöne Augen machen soll.

          Überall in der Welt nähern sich die Reaktoren ihren Laufzeitgrenzen und müssen renoviert werden. Gleichzeitig verzögern sich die (wenigen) Neubauten, weil die Sicherheitsvorschriften schärfer geworden sind und viel technologisches Wissen verlorengegangen ist. Auch ohne die noch gar nicht eingerechneten Entsorgungskosten macht dies Atomkraft sehr teuer. Daher sinkt der Nuklearanteil an der Stromerzeugung weltweit.

          Für das Klima ist das keine gute Nachricht, weil die Kernenergie oft durch Kohle ersetzt wird. Atomstrom ist vielleicht keine Zukunftstechnologie, doch er kann den Umstieg auf die erneuerbaren Energien klimafreundlich und ohne brutale Umbrüche mitgestalten.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

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