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Handelsstreit : Chinas Waffe

Der chinesische Präsident Xi Jinping am Mittwoch in Peking Bild: AFP

Der innenpolitische Druck auf Chinas Präsident Xi nimmt zu, im eskalierenden Konflikt mit dem Erzfeind Amerika das Gesicht zu wahren. Der Handelsstreit könnte endgültig zum Handelskrieg werden.

          Noch ist nicht klar, ob die chinesische Regierung Ernst macht mit ihrer Drohung, den Export Seltener Erden in die Vereinigten Staaten zu beschränken. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass Peking die kurzfristige Abhängigkeit amerikanischer Technologie- und Rüstungsunternehmen von den in China gewonnenen Metallen ausnutzen wird, um im Handelsstreit Druck auf Washington auszuüben, nimmt zu.

          Dass der allmächtige Präsident Xi Jinping kürzlich demonstrativ eine Mine besucht hat, war ein deutliches Signal. Nun kündigt die Regierung offiziell an, sie werde es nicht zulassen, dass mit den von China gelieferten Metallen Güter produziert würden, die den wirtschaftlichen Aufstieg des Landes stoppen sollten. Das könnte eine leere Drohung sein, wie sie Peking in der Vergangenheit regelmäßig bei internationalen Streitigkeiten formuliert hat. Fachleute warnen, das Land könnte selbst Opfer einer Exportbeschränkung der Metalle werden.

          Es ist aber nicht auszuschließen, dass Xi Jinping rationale Argumente nicht mehr beeindrucken. Der innenpolitische Druck auf ihn nimmt zu, im heftiger werdenden Streit mit dem Erzfeind Amerika das Gesicht zu wahren. In der Folge könnte Peking etwa gezielt Zulieferer des iPhone-Herstellers Apple vom Bezug Seltener Erden abschneiden. Der Handelsstreit geriete dann endgültig zum Handelskrieg.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

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