https://www.faz.net/-gqe-8g7ge

Fahrdienst-Vermittler : Uber will Streit mit Fahrern mit 100-Millionen-Zahlung beenden

  • Aktualisiert am

Uber-Fahrer in Amerika Bild: AP

Uber ist dabei, in den Vereinigten Staaten eine große Gefahr für sein Geschäftsmodell abzuwenden: Fahrer wollen ihre Forderung aufgeben, als Angestellte anerkannt zu werden. Dafür könnten an sie bis zu 100 Millionen Dollar ausgeschüttet werden.

          Der Fahrdienst-Vermittler Uber will einen Streit mit Fahrern mit einer Zahlung von bis zu 100 Millionen Dollar beilegen - und damit eine Gefahr für sein Geschäftsmodell abwenden. Die Fahrer forderten in Sammelklagen, als Angestellte statt als selbstständige Unternehmer anerkannt zu werden. Mit dem nun erzielten Vergleich soll der Status unverändert bleiben.

          Die Einigung muss noch von dem zuständigen Richter in San Francisco gebilligt werden. Das ist keine Formalität: Richter lehnen Vergleiche manchmal ab und fordern Nachbesserungen.

          In einem ersten Schritt will Uber 84 Millionen Dollar (gut 74 Mio Euro) an rund 385.000 Fahrer ausschütten. Weitere 16 Millionen Dollar sollen fließen, wenn der Wert der Firma nach einem Börsengang mehr als 50 Prozent höher sein sollte als jetzt. Uber soll zuletzt mit gut 60 Milliarden Dollar bewertet worden sein.

          Uber will keine üblichen Arbeitgeber-Verpflichtungen gegenüber Fahrern

          Neben den Millionen-Zahlungen sieht die am späten Donnerstag veröffentlichte Einigung auch Zugeständnisse an die Fahrer vor. Sie sollen unter anderem in den Autos Schilder platzieren dürfen, auf denen um Trinkgeld gebeten wird. Außerdem müsste Uber künftig die Fahrer vor einer Beendigung der Geschäftsbeziehung erst warnen und auch Gründe dafür angeben.

          Die Fahrer hatten kritisiert, Uber behandele sie in vieler Hinsicht wie Angestellte. Für das Unternehmen ist es ein zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells, dass die Fahrer als selbstständige Unternehmen agieren und keine typischen Arbeitgeber-Verpflichtungen anfallen. Uber sieht sich selbst lediglich als technologische Vermittlungs-Plattform.

          Inzwischen arbeiten viele Start-ups wie Lieferdienste oder Putzhilfe-Plattformen nach einem ganz ähnlichen Modell. Das hat auch in den Vereinigten Staaten eine Diskussion über eine Verschärfung der Arbeitsmarkt-Regeln entfacht. Im Fall von Uber gab es widersprüchliche Entscheidungen von Behörden darüber, ob die Fahrer als Angestellte gelten sollten oder nicht.

          Die rasante internationale Expansion von Uber löste in vielen Ländern Konflikte mit Behörden und der Taxi-Branche aus, die dem Start-up aus San Francisco unfairen Wettbewerb vorwerfen. Auch in Deutschland hat das Unternehmen auf großen Druck hin deshalb sein Angebot UberPop aufgegeben, bei dem Privatleute Fahrgäste mit ihren Autos beförderten.

          Weitere Themen

          Indiens früherer Finanzminister festgenommen

          Kampf gegen Korruption : Indiens früherer Finanzminister festgenommen

          Zu seiner Zeit als Politiker war Palaniappan Chidambaram ein anerkannter Architekt des indischen Aufschwungs. Nun wird er von der neuen Regierung in Neu Delhi verfolgt, weil er und seine Familie sich unrechtmäßig bereichert haben sollen.

          Topmeldungen

          Ziel geopolitischer Interessen : Die Tragödie der Arktis

          Je schneller das Eis in der Arktis schmilzt, desto größer werden die konkurrierenden Begehrlichkeiten. Man kann an diesem Theater ablesen, wie sich die politischen Interessen verschoben haben.

          Ringen um den Brexit-Deal : Macron erwartet von Johnson neue Erklärungen

          Berlin und London haben im Streit über den britischen EU-Austritt Gesprächsbereitschaft signalisiert. Für Frankreich sei eine Neuverhandlung des EU-Austritts auf der Grundlage der bisherigen Vorschläge von Johnson jedoch „keine Option“, sagt Macron.

          TV-Kritik: „Maischberger“ : Gedächtnisschwäche und Meinungsbildung

          Grönland-Debatte, Fleischkonsum oder Greta Thunberg: Schaffen die Medien unsere Wirklichkeit, oder bilden sie diese nur ab? Das war das eigentliche Thema dieses Abends, der an fast vergessene Ereignisse der letzten Wochen erinnerte.
          Glück im Spiel, Pech an der Börse? Gamer auf der Gamescom in Köln

          Gamescom : Gamer haben an der Börse keinen Spaß

          Das vergangene Jahr war für viele Entwicklerfirmen ein schlechtes Jahr. Das lag vor allem an einem Spiel. Warum Analysten trotzdem weiterhin auf die Gaming-Papiere setzen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.