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„Neuland“ für den Reisekonzern : Tui plant den großen Hotel-Fonds

Geldanlage unter Palmen: Tui plant mit einem Hotelfonds. Bild: dpa

Mehr Urlauber als vor der Pandemie – das ist das Tui-Ziel nach Corona. Für neue Hotels will Strategievorstand Peter Krüger mit einem neuartigen Fonds 500 Millionen Euro von Investoren einwerben.

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          Corona macht Lust auf Urlaub, weckt zumindest Sehnsucht. Und das schlägt sich schon in Buchungen nieder. „Der Buchungstrend ist gut“, sagt Peter Krüger, Strategievorstand des Reisekonzerns Tui. „Viele unserer Kunden setzen sich nach Weihnachten mit der Familie zusammen und planen ihren Urlaub. Die Omikron-Welle hat zwar einen Dämpfer gebracht, aber in England klingt sie schon wieder ab. Unterm Strich kann man sagen, das Geschäft springt an – auch in Deutschland.“

          Timo Kotowski
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Hamburg.

          Selbst einen regelrechten Ansturm 2022 könne man wuppen, Tui habe in der Krise kaum Kapazitäten der selbstbetriebenen Hotels abgebaut. Aber Krügers Aufgabe reicht weit darüber hinaus. „Wir planen natürlich deutlich weiter in die Zukunft, wir wollen nicht nur das Niveau von 2019 wieder erreichen, sondern weiter wachsen“, sagt er im Gespräch mit der F.A.Z. Für einen Konzern, der mit Milliarden vom Staat gestützt werden musste und das vorige Jahr mit negativen Eigenkapital abschloss, mag das gewagt klingen – nicht nur der Optimismus, sondern auch die Realisierungschance.

          Der 1976 geborene Krüger, der vor einem Jahr als Strategiechef in den Konzernvorstand aufstieg, sieht dafür ein Finanzierungsvehikel gefunden: einen Hotelfonds. 2017 war er mit Erfahrung im Investmentbanking von der Deutschen Bank zu Tui gekommen. Sein Großprojekt in der Reisewelt: Tui will über einen unabhängigen Fonds in den nächsten Jahren viel Wachstumskapital für neue Urlauberhäuser einsammeln, die beispielsweise als Tui-Blue-Hotel, als Robinson-Ressort oder Magic-Life-Club Gäste empfangen sollen. Denn Unterkünfte der Tui-Eigenmarken sollen wichtiger werden.

          „Wir betreten Neuland“

          „Über das Fondkonstrukt schaffen wir es, unser Wachstum von der Kapitalintensität unseres Geschäfts zu entkoppeln. Der Betrieb von Ferien-Hotels ist Tui-Kerngeschäft, Immobilien-Besitz nicht unbedingt“, sagt Krüger. „Mit dem ersten Fonds streben wir ein Volumen von 500 Millionen Euro an. Rund die Hälfte haben wir schon fest eingeworben. Die Investoren-Nachfrage ist hoch.”

          Als Investoren hat er Pensionsfonds und Versicherungen im Blick, das sei international mit Abstand der größte Anlegermarkt mit langfristigen Anlagezielen. Eine der größten deutschen Pensionskassen sei schon beim Tui-Fonds dabei, deren Namen Krüger aber nicht nennen will. 20 Hotelprojekte hat er für den Fonds mit einer Laufzeit von zwölf Jahren in der engeren Wahl, um das erste Investorengeld anzulegen. In zwei, drei Monaten soll der Fonds wohl gefüllt sein.

          Krüger spricht vom „ersten Fonds“, denn er denkt schon an Nummer zwei. Erste Investoren hätten sich besonders für Anlagen außerhalb Europas interessiert, das passe zu Hotelplänen in der Karibik, wo Tui schon jetzt einer der größten Betreiber von Urlauberbetten ist, auf den Kapverdischen Inseln und in Sansibar. Perspektivisch könnte ein zweiter Fonds, nur für Hotels in Europa folgen – in Spanien, Griechenland oder Kroatien. „In Europa könnte man sogar ein höheres Fondsvolumen anstreben“, stellt er in Aussicht.

          Mehr Rendite mit Hotels als Wettbewerber

          „Wir betreten Neuland mit dem Fonds. So etwas gibt es bisher nicht, weder in der Stadthotellerie noch bei anderen Reiseunternehmen.“ Soll heißen: auch nicht bei Thomas Cook. Der 2019 zusammengebrochene Rivale hatte in seiner Schlussphase als Partner des Immobilienspezialisten LMEY ein kleineres und anders geartetes Vehikel für Hotels angestoßen.

          Bei Tui soll es nun ein Fonds – registriert in Luxemburg – werden, der den Konzern auch im Namen trägt und über viel größere Finanzkraft verfügt. Als Emittent tritt Hansainvest aus dem Signal-Iduna -Konzern auf. Die Idee dahinter ist, langfristig orientierte Investoren zu gewinnen, die an den Erfolg von Tui glauben. Dieser beruht laut Krüger auf der Idee, die der Konzern mit „vertikaler Integration“ umschreibt.

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