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Türkei : Auf einen Tee mit Erdogan

Zwei Tee-Pflückerinnen in der Provinz von Rize: In der Region bauen 200.000 Kleinst- und Familienbetriebe Tee an. Bild: AFP

Tee ist das Nationalgetränk der Türkei. Das Hauptanbaugebiet für das beliebte Aufgussgetränk ist Rize. Dort sitzt der größte Hersteller Caykur – Unterstützung kommt von Präsident Erdogan.

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          Spätestens bei der Einfahrt nach Rize sieht auch der Unkundige, was in der Region wirklich wichtig ist. Da wächst ein gläserner, in acht Geschosse gegliederter Bürobau in Form eines traditionellen türkischen Teeglases – unten und oben bauchig, in der Mitte tailliert – 35 Meter in die Höhe. Noch höher, am anderen Ende der Provinzhauptstadt weit im Osten der Türkei am Schwarzen Meer, reckt sich der aus Backstein gemauerte Schornstein des größten Teeproduzenten des Landes himmelwärts: Caykur prangt in großen weißen Lettern darauf. Groß sind auch die überall in der Stadt aufgehängten Plakate mit dem Konterfei von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan. Am Marktplatz schaut er riesenhaft gleich von drei Fassaden mit visionärem Blick über die Stadt.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          Rize verbindet alle miteinander: Die teebegeisterten Türken mit dem größten Teeanbaugebiet des Landes, mit dem größten Arbeitgeber der Region und dem Präsidenten, dessen Eltern aus Rize stammen und der selbst dort Teefelder besitzt. Das jedenfalls weiß Caykur-Generalmanager Yusuf Ziya Alim zu berichten. Rize ist AKP-Land, Erdogan holte hier bei der Präsidentenwahl 2018 mit 76,92 Stimmen das zweitbeste Ergebnis im ganzen Land, die Lokalwahlen 2019 gewann seine Partei haushoch. Anfang September erst war Erdogan wieder in der Stadt.

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