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Kanal zum Schwarzen Meer : Erdogans doppelter Bosporus

Ein Frachtschiff unter maltesischer Flagge krachte vor drei Jahren in eine Gebäudefront am Ufer der vielbefahrenen Wasserstraße des Bosporus. Bild: dpa

Der türkische Präsident Erdogan drückt beim Bau eines neuen Kanals zum Schwarzen Meer aufs Tempo. Aber nicht nur Admirale, auch Umweltschützer sind alarmiert.

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          Als der türkische Umweltminister Murat Kurum Ende März die Genehmigung für den Bau des neuen Kanals vom Schwarzen Meer zum Marmarameer bekanntgab, war die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit gerade von einer anderen künstlichen Wasserstraße okkupiert: Im Suezkanal lag ein Containerschiff der Superklasse quer und blockierte tagelang eines der wichtigsten Nadelöhre des Welthandels. Das türkische Kanalbauprojekt geriet erst so richtig ins Bewusstsein, als pensionierte Botschafter und Admirale Ende vergangener Woche öffentlich vor politischen Folgen warnten. Nun sitzen einige der Admirale in Haft, Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan spricht von einem Putschversuch – wohl auch gegen sein Lieblingsprojekt.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          Wie so oft in der Türkei sind auch bei diesem Thema macht-, partei- und innenpolitische Themen so sehr miteinander verwoben, dass die Frage, wem der laute Streit politisch hilft, die Frage überlagert, worum es eigentlich geht. Hintergrund der aktuellen Auseinandersetzung ist der von Erdogan seit 2011 verfolgte Plan, einen Kanal zu bauen.

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