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Erdogans Land : Mehr als 7 Prozent Wirtschaftswachstum in der Türkei

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Container werden verladen im Hafen von Izmir. Bild: dpa

Krieg in Syrien, Repressalien im Inneren: Die Türkei plagen derzeit gleich mehrere große Probleme. Doch der Wirtschaft schadet all das offenbar nicht – zumindest nicht nach den offiziellen Zahlen.

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          Die Türkei führt Krieg in Syrien, nach wie vor sitzen Zigtausende in Haft infolge des gescheiterten Putschversuches, das Land nimmt unter dem Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan zusehends autoritäre Züge an – nur die türkische Wirtschaft scheint davon nicht betroffen, zumindest bislang nicht. Im vergangenen Jahr legte die Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt) des Landes um 7,4 Prozent, wie das nationale Statistikamt an diesem Donnerstag mitteilte.

          Damit fiel das Wirtschaftswachstum einen Tick besser aus als zuvor befragte Ökonomen im Schnitt erwartet hatten. Im Jahr 2016 betrug das Plus lediglich 3,2 Prozent. „Der größte Wachstumsbeitrag kommt von der Nachfrage im Inland“, sagte Analyst Muammer Komurcuoglu vom Finanzdienstleister Is Invest.

          Die Regierung stellte in Aussicht, dass das Wachstum 2018 höher als die offizielle Prognose von 5,5 Prozent ausfallen könnte. „Die Türkei ist auf einem umfassenden und nachhaltigen Wachstumskurs“, sagte Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci. Das Land habe das Potential und die Entschlossenheit, die mittelfristigen Ziele zu erreichen und sogar zu übertreffen.

          Die nun mitgeteilte Wachstumsrate ist auch im internationalen Vergleich beachtlich: Die türkische Wirtschaft wächst demnach nicht nur schneller als die deutsche, französische, britische oder amerikanische. Sie übertrifft demzufolge sogar die chinesische Wachstumsrate.

          Ob sich die Wirtschaft in der Türkei allerdings wirklich so gut entwickelt wie das die offiziellen Zahlen nahelegen, daran gibt es Zweifel. Und zwar nicht erst jetzt. Schon im vergangenen Herbst äußerte sich mancher Ökonom kritisch. Er sei von den hohen Wachstumsraten „mehr als überrascht“ und halte sie für „fragwürdig“, schrieb Lutz Karpowitz, Volkswirt bei der Commerzbank, in einer Mitteilung im September über damals veröffentlichte Quartalszahlen: „Um es schlicht zu sagen, ich halte die Daten für politisch beeinflusst.“

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