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Türkei-Kommentar : Erdogans Gold

Autoritär geführte Staaten bauen ihre Goldvorräte kräftig aus. Sie haben einen Grund.

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          Nach Golde drängt, am Gold hängt doch alles: Die Notenbanken der Welt haben im ersten Quartal dieses Jahres hohe Goldkäufe von 116 Tonnen getätigt, ein Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 42 Prozent. Unter allen Ländern nehmen dabei Russland und die Türkei eine herausragende Stellung ein.

          Das ist interessant: Während in Ländern wie Deutschland mit einem traditionell großen Goldschatz bisweilen sogar darüber diskutiert wird, warum die Bundesbank überhaupt so viel Gold braucht, wenn man die Euroscheine ohnehin nicht dagegen eintauschen kann und andere Währungsreserven billiger zu halten wären, bauen autoritär geführte Staaten wie Russland und die Türkei ihre Goldvorräte kräftig aus.

          Der Grund dürfte nicht nur in der persönlichen Vorliebe der Präsidenten Putin und Erdogan für das glänzende Edelmetall liegen, die sich wie viele mächtige Männer der Geschichte gern mit dem Mythos des Goldes umgeben. In beiden Ländern geht es auch um Unabhängigkeit von der Weltwährung Dollar und der Supermacht Amerika. Die nationalen Währungen sind fragil, die Beziehungen zu anderen Ländern voller Konflikte. Das Gold wird als Schutz gesucht.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

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