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Nach Streit um Inflationsrate : Erdoğan entlässt Leiter der Statistikbehörde

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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan bei einer Rede vor dem albanischen Parlament im Januar 2022 Bild: Reuters

Der türkische Präsident entlässt den Chef der Statistikbehörde, Sait Erdal Dincer. Dieser soll laut Erdoğan die Wirtschaftskrise in der Türkei übertrieben dargestellt haben. Zudem ernennt der Präsident einen neuen Justizminister.

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          Nach einer Debatte über den rasanten Anstieg der Inflationsrate in der Türkei hat Präsident Recep Tayyip Erdoğan den Leiter der nationalen Statistikbehörde entlassen. Erdoğan ernannte am Samstag den früheren Vize-Chef der türkischen Bankenaufsicht, Erhan Cetinkaya, zum Nachfolger des bisherigen Behördenchefs Sait Erdal Dincer.

          Der Präsident nannte keinen Grund für seine Entscheidung. Dincer war Anfang Januar in die Kritik geraten, nachdem seine Behörde einen Anstieg der Inflationsrate um gut 36 Prozent im Vorjahresvergleich gemeldet hatte. Dies war der höchste Wert seit mehr als 19 Jahren. Bereits im November 2021 hatte die Inflationsrate rund 21 Prozent erreicht.

          Die Opposition zweifelte die offiziellen Zahlen zur Inflation an und mutmaßte, dass der tatsächliche Anstieg der Lebenshaltungskosten mindestens doppelt so hoch sei. Erdoğan warf Dincer Berichten zufolge hingegen vor, das Ausmaß der wirtschaftlichen Krise in der Türkei übertrieben dargestellt zu haben.

          Die Inflation ist mittlerweile eines der wichtigsten Themen der Politik geworden. Hauptgrund für die Teuerung ist der starke Verfall der Landeswährung Lira. Die Türkei ist stark abhängig von Importen, vor allem von Rohstoffen und von Energie.

          Erdoğan ernannte am Samstag außerdem einen neuen Justizminister. Der bisherige Ressortchef Abdulhamit Gül wird vom früheren Vize-Ministerpräsident Bekir Bozdag abgelöst. Gül hatte zuvor im Onlinedienst Twitter in einer knappen Erklärung seinen Rücktritt verkündet.

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