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TTIP und regionale Produkte : Tiroler Speck

  • -Aktualisiert am

Auch der Schwarzwälder Schinken genießt den Schutz der Europäischen Union. Bild: dpa

Chlorhühnchen wird es hierzulande nicht geben. Warum aber dürfen Tiroler Speck und Gouda nicht aus Amerika kommen? Europa misst bei der Regionalkennzeichnung mit zweierlei Maß.

          Wer sich zum Abbau von Handelshemmnissen bekennt, muss kompromissfähig sein. Denn freier Warenverkehr kann keine Einbahnstraße sein. Deshalb kommt der Zwischenruf von Agrarminister Christian Schmidt zu einem geeigneten Zeitpunkt. In den Gesprächen über das umstrittene TTIP-Abkommen erkenne der Christsoziale zunehmend Verständnis der Amerikaner, dass sich in Europa Verbraucherschutz und die Desinfektion von Hühnern mit Chlor nicht vertragen. Auch die Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel sei für die Verhandlungspartner kein Tabu mehr.

          Dagegen verstünden sie nicht, warum Tiroler Speck und Goudakäse nicht aus Amerika eingeführt werden könnten, wenn schon in Europa die Regionalkennzeichnung nicht konsequent verfolgt werde. Es ist ein legitimes Interesse der Verbraucher, zu erfahren, woher ihre Lebensmittel kommen. Dass sich aber europäische Hersteller hinter Regionalkennzeichnungen verstecken können, die nicht der Realität entsprechen, dient nur einzelnen Herstellern, nicht aber den Konsumenten. Europa muss seine Prinzipien schon selbst einhalten, statt sie als Instrument der Abschottung einzusetzen.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

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