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Protektionismus : Fünf Gründe fürs Abschotten

Mauer an der Grenze zu Mexiko: Donald Trump will aber nicht nur, dass Personen schwerer in die Vereinigten Staaten gelangen. Bild: Reuters

Der künftige amerikanische Präsident Trump droht mit neuen Zöllen und Steuern und stellt bestehende Handelsabkommen infrage. Nicht nur er äußert sich skeptisch zur Globalisierung. Ökonomen haben Erklärungen für Protektionismus. Eine Übersicht.

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          Freihandel geht im Prinzip sehr einfach. Eine Regierung, die für Freihandel ist und weiß, dass dies auch die Menschen im Land wollen, braucht bloß alle Zölle, Qualitätsanforderung und andere Handelsvorschriften abzuschaffen - und schon hat dieses Land für sich Freihandel etabliert. Verbraucher, Unternehmen und öffentliche Institutionen entscheiden dann, welche Waren, Dienstleistungen und Wertpapiere sie von inländischen Anbietern kaufen und welche von ausländischen – je nachdem, wie sie es für sich am besten finden. Daraus ergibt sich dann eine bestimmte Importmenge und eine bestimmte Ausfuhr, in denen sich diese unzähligen Konsum- und Sparwünsche spiegeln.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Und wer, ist eine dahingehend zulässige Frage, sollte es eigentlich besser wissen? Ökonomen wissen, dass Freihandel unter dem Strich allgemein einen höheren Wohlstand ermöglicht. Viele Länder auf der ganzen Welt haben sich in den vergangenen Jahrzehnten denn auch entschieden, Handel zu erleichtern. Das kurze Zeit nach Ende des Zweiten Weltkriegs geschlossene Handels- und Zollabkommen GATT ist im Jahr 1995 in der Welthandelsorganisation (WTO) aufgegangen. Dieser gehören mittlerweile 164 Länder an, darunter etwa auch China und Russland. Mitunter haben sich Länder auch entschieden, ihre Märkte schrittweise stärker zu integrieren, die EU ist das bekannteste Beispiel dafür.

          Auch in China Restriktionen für ausländische Unternehmen

          Gleichzeitig ist Protektionismus keineswegs verschwunden – im Grunde genommen hat sich kein einziges Land auf dem gesamten Planeten bislang zu komplettem Freihandel entschieden. Die öffentliche Diskussion über dieses Thema ist deutlich lauter geworden durch den designierten amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Dieser drohte bekanntlich schon im Wahlkampf vielfach hohe neue Zölle an und Steuern. Nach seinem Wahlsieg hält er daran fest – und setzt amerikanische wie ausländische Unternehmen (medienwirksam) etwa über den Kurznachrichtendienst Twitter unter Druck, Arbeitsplätze in den Vereinigten Staaten zu schaffen, in Amerika zu produzieren anstatt beispielsweise in Mexiko.

          Die chinesische Führung rät öffentlich zwar von Protektionismus ab, aber gerade in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt gelten teils strenge Regeln und Restriktionen für ausländische Unternehmen. Tatsächlich gibt es auch in der Wirtschaftslehre neben dem großen Argument für freien Handel von Waren und Dienstleistungen eine Reihe ökonomischer Gründe, die Protektionismus nicht nur erklären, sondern aus denen heraus auch klar wird, warum sich Regierungen teils dafür entscheiden. Hier kommt eine kleine Übersicht:

          1. Verteilungskonflikte und Ungleichheit

          Unter dem Strich, da sind sich Ökonomen einig, erhöhen Freihandel und Globalisierung den allgemeinen Wohlstand. Sie machen hingegen nicht automatisch auch jeden einzelnen reicher. Es gibt Menschen, die arbeitslos werden und keine neue Stelle finden, wenn ihre Unternehmen Arbeitsplätze ins Ausland verlagern oder vom Markt verschwinden, weil sie im Wettbewerb mit ausländischen Konkurrenten existentiell unterliegen. Werden diese Menschen nicht aus dem Wohlstands-Zuwachs insgesamt „entschädigt“, ergeht es ihnen wirklich schlechter. Je nachdem, um wie viele Betroffene es geht und wie gut sie sich organisieren (können), um für ihre Interessen zu streiten, kann es politisch opportun sein, so eine Umverteilung durch Außenhandel nicht zuzulassen oder zumindest zu bekämpfen.

          Der in Aachen lehrende Wirtschaftsprofessor Oliver Lorz erklärt das in seinem Lehrbuch über Außenhandel so: „Wenn die Handelsgewinne nur bei einer Minderheit der Bevölkerung anfallen, während die Mehrheit durch Außenhandel eher verliert, dann würde der Medienwähler gegen eine Handelsliberalisierung sein und eine Politik, die sich an den Interessen des Medienwählers ausrichtet, ebenfalls.“ Nun ist nicht bekannt, ob eine solche Argumentation den künftigen amerikanischen Präsidenten umtreibt. In seinem Interview mit der Bild-Zeitung sagte er aber auch den Satz: „Ich glaube an den Freihandel, ich liebe den Freihandel, aber es muss ein kluger Handel sein, damit ich ihn fair nenne.“ Wer sich um Ungleichheit sorgt, hat freilich alternative Möglichkeiten als die heimische Wirtschaft abzuschotten, zum Beispiel über die Gestaltung des Steuersystems oder der Sozialsysteme.

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