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Freihandelsabkommen : Lammert droht mit Nein zu TTIP

  • Aktualisiert am

Bundestagspräsident Norbert Lammert fordert mehr Transparenz bei den TTIP-Verhandlungen. Bild: dpa

Sollte sich die Transparenz der Verhandlungen nicht verbessern, könne er nicht für den Vertrag stimmen, sagt Bundestagspräsident Lammert. Dabei geht der CDU-Politiker eine Allianz mit Sigmar Gabriel ein.

          Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat mit einem Nein zum Freihandelsabkommen TTIP gedroht. Er halte es für ausgeschlossen, „dass der Bundestag einen Handelsvertrag zwischen der EU und den Vereinigten Staaten ratifizieren wird, dessen Zustandekommen er weder begleiten noch in alternativen Optionen beeinflussen konnte“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der FUNKE Mediengruppe.

          Allianz mit Gabriel

          Lammert forderte mehr Transparenz. Gemeinsam mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) halte er den „bisherigen äußerst begrenzten Zugang über die jeweiligen amerikanische Botschaften für indiskutabel, sowohl für die Regierung wie für das Parlament“.

          Mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sei er sich einig, dass die relevanten Verhandlungsdokumente, insbesondere Ergebnisse im Verhandlungsprozess, „allen Mitgliedstaaten der EU und dort neben den Regierungen auch den Parlamenten zugänglich sein müssen“, sagte Lammert. „Und ich werde darauf bestehen.“

          Zugang zu Dokumenten gefordert

          Die Verhandlungen über eine transatlantische Freihandelszone hatten im Juli 2013 begonnen. Die Schaffung der Freihandelszone soll der Wirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks einen Schub geben, indem Zölle und Handelshemmnisse abgebaut werden. Kritiker befürchten jedoch eine Erosion von Sozial-, Umwelt- und Verbraucherschutzstandards sowie eine Schwächung demokratischer Institutionen.

          Ein wichtiges Argument der Befürworter ist, dass der transatlantische Freihandelsraum globale Maßstäbe für den Verkehr von Waren und Dienstleistungen setzen werde. Sie befürchten, dass Europa sonst Einfluss bei der Regulierung des Welthandels einbüßen könnte.

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