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Neue Sperrzone : Tschernobyl-Zwischenlager soll im Juli in Betrieb gehen

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Ein Warnschild „Stopp! Verbotene Zone“ hängt am Zaun zur 30-Kilometer-Sperrzone in Tschernobyl. Bild: dpa

Die Ukraine will den Export von radioaktiven Abfällen nach Russland überflüssig machen. Ein neues Zwischenlager rund um das havarierte Kernkraftwerk ist deshalb im Bau – und bald betriebsbereit.

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          Die Ukraine will im Juli in der Sperrzone um das vor 35 Jahren havarierte Kernkraftwerk Tschernobyl ein Atommüllzwischenlager in Betrieb nehmen. Damit soll der Export von radioaktiven Abfällen nach Russland überflüssig werden. „Der Bedarf der Ukraine an diesen Dienstleistungen ist weggefallen“, sagte der Chef des Staatskonzerns Energoatom, Pjotr Kotin, am Dienstag laut einem Bericht der Staatsagentur Ukrinform.

          Die ersten Anlagen sind demnach schon im Dezember fertiggestellt worden. Es sei noch ein 43 Kilometer langer Gleisanschluss in der Sperrzone fertig zu bauen, erklärte Kotin. Bis 2040 sollen weitere Bauabschnitte hinzukommen.

          Das Zwischenlager soll zukünftig die verbrauchten Brennelemente von drei der vier Atomkraftwerke des Landes aufnehmen. Diese wurden bisher zur Wiederaufbereitung ins Nachbarland Russland gebracht. Energoatom gab die jährlichen Kosten dafür mit umgerechnet rund 165 Millionen Euro an.

          Kiew ist zudem vertraglich verpflichtet, wiederaufbereitete Abfälle zukünftig zurückzunehmen. Die Beziehungen zu Russland sind schon seit Jahren zerrüttet.

          Die Atomkraftwerke des Landes produzieren mehr als 50 Prozent des Stroms in der Ex-Sowjetrepublik. Im April 1986 war es im damals noch sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer verheerenden Explosion gekommen. Das Unglück gilt als die größte Atomkatastrophe der zivilen Nutzung der Kernkraft. Infolgedessen wurden verstrahlte Landstriche um die Atomruine gesperrt.

          Es gab Tausende Tote und Verletzte. Zehntausende Menschen wurden zwangsumgesiedelt. Kiew will das Gebiet zunehmend wirtschaftlich nutzen.

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