https://www.faz.net/-gqe-83gxr

Energiepolitik : Tschechien will Atomkraftwerk Temelin ausbauen

  • Aktualisiert am

Kühltürme des Atomkraftwerks Temelin Bild: dapd

In Tschechien soll die Kernkraft langfristig die Kohle als wichtigsten Energieträger ablösen. Die Regierung plädiert für den Ausbau der Atomkraftwerke Dukovany und Temelin.

          1 Min.

          Tschechien setzt künftig stärker auf die Kernkraft und will das Atomkraftwerk Temelin ausbauen. Das sieht das neue staatliche Energiekonzept bis zum Jahr 2040 vor, das am Montag vom Mitte-Links-Kabinett in Prag verabschiedet wurde. Die Entscheidung bedeute einen weiteren Schritt weg von fossilen Energieträgern, sagte Ministerpräsident Bohuslav Sobotka der Agentur CTK. An zweiter Stelle auf der Prioritätenliste folgen demnach erneuerbare Energiequellen wie Windkraft und Bioenergie.

          Das Konzept sieht vor, den Anteil der Atomkraftwerke an der Energieversorgung des industriegeprägten Landes auf mehr als 50 Prozent zu steigern. Dafür wird ein Ausbau der bestehenden Atomkraftwerke Dukovany und Temelin empfohlen. Die Kernkraft soll die Kohle langfristig als wichtigsten Energieträger ablösen.

          Wegen zahlreicher Störfälle in der Vergangenheit steht das AKW Temelin seit Jahren bei Umweltschützern in der Kritik. Die Anlage ist nur rund 60 Kilometer Luftlinie von der Grenze zu Bayern entfernt.

          Umweltschützer halten die neue Energiestrategie für verfehlt. „Verbraucher und Steuerzahler werden vor die undankbare Aufgabe gestellt, die nuklearen Träume der Regierung zu bezahlen“, meinte Edvard Sequens von der Umweltbewegung Calla. Der Rest Europas gehe längst andere Wege und fördere vermehrt Energieeinsparungen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Um Kopf und Kragen geplaudert: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow.

          Ramelow und „Clubhouse“ : In wilder Nacht

          Wie öffentlich ist das, was in der App „Clubhouse“ geplaudert wird? Die Gespräche dort suggerieren eine Intimität, die es nicht gibt – schon gar nicht, wenn Medien mithören. Diese Tücke kennt nun auch Bodo Ramelow.
          James Suzman, Anthropologe.

          Anthropologe James Suzman : „Wir müssen weniger arbeiten“

          Der Anthropologe James Suzman untersucht, was Menschen zufrieden macht. Er sagt: Schon die Erfindung der Landwirtschaft war ein Pakt mit dem Teufel. Jetzt könnte endlich jeder die Arbeit machen, die er liebt.
          „Es ist toll, ins Büro gehen zu dürfen“: Till Schneider (links) und Michael Schumacher ebendort.

          Stadt der Zukunft : „Fußgängerzonen haben sich nicht bewährt“

          Die Architekten Till Schneider und Michael Schumacher bezweifeln, dass Oper und Theater abgerissen werden müssen – und erklären, warum Fußgängerzonen sich nicht bewährt haben und Autos zu viel Platz einnehmen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.