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Amerikanische Staatsfinanzen : Trumps Defizite

Amerikas Präsident wirft China, Mexiko oder Deutschland vor, die Vereinigten Staaten auszubeuten. Dabei ist die Ursache des Handelsdefizits leicht erklärt.

          Das Handelsbilanzdefizit der Vereinigten Staaten hat ein Rekordniveau erreicht. Nach der Logik des Präsidenten Trump kann das nur das Ergebnis perfider Ausbeutung durch Handelspartner sein.

          Doch vielleicht gibt ihm zu denken, dass die von ihm verhängten Importzölle gar nichts gebracht haben. Eigentlich ist es nicht so schwer: Wenn ein Land mehr konsumiert als es produziert, dann muss es mehr importieren als exportieren. Dafür braucht es keine Trickserei anderer Länder.

          Leider hilft es dann auch gar nichts, China eine Reduktion des bilateralen Handelsbilanzdefizits abzupressen, indem man das Land zum Kauf von Sojabohnen und Schiefergas nötigt. Gelingt es, die Kluft mit China zu schließen, vergrößert sich das Defizit mit anderen.

          Die Vereinigten Staaten sind trotzdem nicht hilflos. Sie könnten sparen statt zu konsumieren. Als größter Konsument kommt der Staat in Frage. Verkleinert er sein Budgetdefizit, sinkt auch das Handelsbilanzdefizit.

          Unter Trump hat sich das Haushaltsdefizit aber dramatisch vergrößert, zeigen neue Zahlen. Er steht vor der rhetorisch nicht geringen Herausforderung, dafür Mexiko, China, Deutschland oder wem auch immer die Schuld in die Schuhe zu schieben.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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