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Computer-Chips und mehr : America First à la Biden

Auch er setzt auf Industriearbeitsplätze und mehr Unabhängigkeit: Joe Biden Bild: AP

Der Rest der Welt darf sich damit abfinden: „America First“ bleibt – Joe Biden formuliert es nur netter als Donald Trump.

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          Nur auf den ersten Blick überrascht es, dass Präsident Joe Biden an der protektionistischen China-Politik seines Vorgängers Donald Trump festhält. Sämtliche Handelsbeschränkungen und Zölle bleiben in Kraft. Zudem lässt Biden nun prüfen, wie die Produktion wichtiger Güter nach Amerika zurückgeholt werden kann. Von Importbeschränkungen über Subventionen bis hin zu Anweisungen an sämtliche Regierungsstellen, nur noch Produkte „Made in America“ zu kaufen, ist kein Mittel tabu.

          Biden ist ein älterer Herr, der wie sein Vorgänger mit der leicht romantischen Vorstellung groß geworden ist, dass Fabrikarbeitsplätze das eigentlich Wahre sind. Dazu kommt die berechtigte Sorge, dass China technologische Fortschritte in militärische Dominanz ummünzt.

          Schließlich scheinen Pandemie-bedingte Knappheiten die Notwendigkeit zu legitimieren, die Produktion wichtiger Güter im eigenen Land zu stützen. Biden spürt zudem Rückenwind aus beiden Parteien für seine Ideen. Nichts wirkt gelegentlich harmonisierender als ein gemeinsamer Gegner. Der Rest der Welt darf sich abfinden: „America First“ bleibt. Biden formuliert es nur netter.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

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