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Trump will G7 zu G11 erweitern : Eine neue Allianz gegen China?

Ein Bild von Chinas Präsident Xi Jinping und Amerikas Präsident Donald Trump im Mauerpark in Berlin Bild: EPA

Russland reagiert zurückhaltend auf Trumps Vorstoß, die G7 zu erweitern. Australien, Indien und Südkorea zeigen sich offener – ohne Amerika wären sie Vasallenstaaten Chinas, warnt ein früherer Außenminister.

          5 Min.

          Alexander Downer war ein furchtloser Politiker. Heute ist der frühere Außenminister Australiens ein politischer Analyst, der das offene Wort liebt: „Ohne die Vereinigten Staaten würden die meisten, wenn nicht alle Länder der indo-pazifischen Region Vasallenstaaten Chinas, was dann enormen Unmut und eine zerstörerische Angst freisetzte“, sagt Downer mit Blick auf das Ansinnen des amerikanischen Präsidenten, eine „G-11“ ins Leben zu rufen. Donald Trump hatte sie am Sonntag vorgeschlagen, um über China zu sprechen – die bisherige „Gruppe der 7“, deren Tagung im Juni in Camp David spätestens nach Absage Angela Merkels nicht stattfindet, sei angesichts der Weltlage sowieso „sehr überholt“. Der australische Ministerpräsident Scott Morrison kommentierte den Ansatz vorsichtiger, aber eindeutig: „Der Ausbau der internationalen Zusammenarbeit gleichgesinnter Ländern in Zeiten beispielloser Herausforderungen ist hochgeschätzt“, ließ Morrison seinen Sprecher sagen.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.
          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Viel Analyse braucht es nicht, um zu erkennen, dass Donald Trump eine solche Gesprächsrunde auf höchster Ebene als Werkzeug betrachtet, um noch mehr Druck auf Peking auszuüben. Würden einer solchen Konferenz doch neben den G-7-Staaten – unter ihnen Deutschland – auch Australien, Indien, Südkorea und Russland angehören. „Was ist allen diesen Ländern gemein? Zusammen mit Amerikas getreuem Anhänger Japan sind sie alle auf der Hut vor Chinas immer aggressiveren strategischen, wirtschaftlichen und diplomatischen Manövern“, bringt der Autor Parag Khanna den Plan auf den Punkt.

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