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Erdgas-Kommentar : Trump will Gefangene machen

  • -Aktualisiert am

Matrjoschka-Puppen zeigen Donald Trump und Wladimir Putin – in einem Laden in Helsinki, wo sich die beiden in Kürze treffen. Bild: AP

Russland braucht Geld aus dem Ausland – deswegen wird es niemals seine Gaslieferungen stoppen. Dem Geschäftemacher Donald Trump geht es um etwas anderes.

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          Donald Trump macht es sich mit seinen Anmerkungen zur energiepolitischen „Gefangenschaft“ Deutschlands viel zu einfach. Unter dem grob gewebten Mantel aus Falschaussagen steckt nur ein Körnchen Wahrheit: Tatsächlich ist Russland Deutschlands mit Abstand größter Energielieferant. Nicht nur bei Erdgas, auch bei Öl und Kohle liegt der Lieferanteil aus Wladimir Putins Land bei mehr als einem Drittel.

          Doch gefangen sind die deutschen Verbraucher deshalb lange nicht. Die Energiemärkte sind hochliquide. Öl, Gas und Kohle gibt es zum Leidwesen der Klimapolitiker im Überfluss. Der Aufstieg flüssigen und deshalb schiffbaren Gases hat dazu geführt, dass Verträge für Pipelinegas flexibler wurden, die Preise gefallen sind. Gesunken ist damit auch das nur theoretische Erpressungspotential eines Lieferausfalls.

          Russland ist viel zu sehr auf das Geld angewiesen, als dass ein Lieferstopp eine realistische Option wäre. Aber es schmerzt den Geschäftemacher Trump, dass das europäische Energiegeschäft mit Flüssiggas an Amerika vorbeigeht. Also setzt er alles daran, andere Lieferwege zu zerstören. Trump will keine Gefangenschaft verhindern, er will eine kreieren. Das ist der Kern seiner Botschaft.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

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