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Treffen von Trump und Xi : Amerika will Lieferungen an Huawei wieder zulassen

Genießt seinen Auftritt: Donald Trump auf seiner Pressekonferenz beim G-20-Gipfel. Bild: AFP

Beim G-20-Gipfel in Japan einigen sich Donald Trump und Xi Jinping auf neue Verhandlungen im Handelskonflikt. Auf neue Zölle gegen China verzichten die Amerikaner – und machen zudem eine bedeutende Zusage im Fall Huawei.

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          Amerikas Präsident Donald Trump will Lieferungen von amerikanischen Unternehmen an den chinesischen Telekomriesen Huawei wieder zulassen. Er habe Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping zugesagt, dass technologische Produkte weiterhin an Huawei verkauft werden dürften, sagte Trump nach Abschluss des Gipfels der wichtigsten Industrienationen (G20) am Samstag in Osaka in Japan.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Manfred Schäfers

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Zuvor hatten de Vereinigten Staaten und China die Eskalation ihres Handelskriegs vorerst abgewendet. Trump und Xi haben sich darauf verständigt, die für sechs Wochen unterbrochenen Gespräche wieder aufzunehmen, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Nach weiteren chinesischen Agenturberichten sollen die Vereinigten Staaten zugesichert haben, vorerst keine neuen Zölle auf den Import aus China zu erheben. Das bestätigte Trump wenige Stunden später auf seiner Pressekonferenz. Das Treffen mit Xi sei ausgezeichnet gewesen, sagte er. Es hätte nicht besser sein könnten. Er gehe davon aus, dass China und die Vereinigten Staaten wieder auf Kurs seien.

          „Großartige Beziehungen“

          Eine vorläufige Einigung von Trump und Xi würde eines der größten Risiken für die Weltwirtschaft vorerst aus dem Weg räumen. In Osaka hatten viele Staats- und Regierungschefs der G-20-Staaten Besorgnis über die zunehmenden handelspolitischen Spannungen erklärt. Einen ähnlichen Burgfrieden wie berichtet hatten die beiden größten Volkswirtschaften der Welt schon im vergangenen November bei einem Gipfeltreffen der G 20 vereinbart.

          Trump hatte schon vor dem Treffen mit Xi Hoffnung auf eine Handelsvereinbarung geschürt. Mit Blick auf das Scheitern der Gespräche vor zwei Monaten sagte der Präsident: „Wir waren uns sehr nahe, und dann passierte etwas, und es rutschte etwas weg.“ Er fügte hinzu. „Es wäre historisch, wenn wir eine faire Handelsvereinbarung bekommen könnten.“

          Nach Angaben von Trump hatten beide Präsidenten bei einem informellen Gespräch am Freitagabend bereits erste Fortschritte gemacht. Er blieb aber vage, ob eine Vereinbarung erreicht werden könne. „Wir haben uns gestern Abend getroffen. Es wurde tatsächlich viel erreicht“, sagte Trump. „Ob wir einen Deal machen können, wird die Zeit zeigen.“ Der Präsident unterstrich seine persönliche Einschätzung, dass er „großartige Beziehungen“ zu Xi Jinping pflege.

          Amerikas Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping

          Die Vereinigten Staaten und China liefern sich seit einem Jahr einen erbitterten Handelskrieg. Trump hat rund die Hälfte der Importe aus China mit 25-prozentigen Sonderzöllen überzogen, während China mit Gegenzöllen reagiert hat. Trump drohte zuletzt mit einer Ausweitung der Sonderabgaben auf die restlichen China-Einfuhren im Wert von 300 Milliarden Dollar. Er erwog Zölle in Höhe von 10 bis 25 Prozent.

          Der Handelskrieg bremst sowohl das Wachstum in China als auch in den Vereinigten Staaten. Auch die Weltwirtschaft wird durch die Unsicherheiten für die Investoren gedrosselt, warnen Experten. Die deutsche Exportwirtschaft und auch die in China tätigen Unternehmen spüren die Auswirkungen bereits. So haben sich die Aussichten besonders in den vergangenen Wochen deutlich verdüstert, berichtete die deutsche Auslandshandelskammer in China.

          Noch während Trump und Xi am Rande des Gipfeltreffens der G 20 über ihren Handelsstreit berieten, machten die Europäer und Südamerikaner Nägel mit Köpfen. In Osaka zelebrierten am Samstag Spitzenpolitiker der Europäischen Union und des Handelsbündnisses Mercosur in einem gemeinsamen Fotoauftritt die am Vorabend in Brüssel bekanntgegebene Grundsatzeinigung über ein Freihandelsabkommen zwischen den beiden Wirtschaftsblöcken. Damit enden Verhandlung, die fast auf den Tag genau vor 20 Jahren begannen.

          Die EU und der Mercosur-Bund setzten mit der Grundsatzeinigung ein Signal für multilaterale Handelsverträge, deren Wert von den Vereinigten Staaten unter Trump angezweifelt werden. „Dieser Deal ist real“, sagte der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker. Er sprach von einem Abkommen für den offenen, fairen und nachhaltigen Handel, dass auch in diesen turbulenten Zeiten möglich sei.

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