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Lungenerkrankungen : Trump sagt E-Zigaretten den Kampf an

Mann aus Washington D.C. zieht an einer E-Zigarette. Bild: AFP

Schluss mit Mango und Minze: Der amerikanische Präsident will aromatisierte Verdampfer verbieten. Und denkt dabei an seinen jüngsten Sohn.

          Barron Trump ist 13 Jahre alt. Der jüngste Sohn des amerikanischen Präsidenten Donald Trump ist damit fast in der Altersgruppe, in der sich E-Zigaretten rasant wachsender Beliebtheit erfreuen. Die Statistiken sind erstaunlich: Nach Angaben der Gesundheitsbehörde FDA lag der Anteil von Schülern an amerikanischen High Schools, die E-Zigaretten nutzen, im vergangenen Jahr bei 20,8 Prozent, ein dramatischer Anstieg gegenüber 2017, als es noch 11,7 Prozent waren. Und wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, sind es in diesem Jahr nach vorläufigen Schätzungen sogar mehr als 25 Prozent. Schüler in High Schools sind üblicherweise zwischen 14 und 18 Jahren alt. Selbst in den Middle Schools mit jüngeren Altersklassen haben 2018 fast fünf Prozent der Schüler gedampft.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Das Wohl von Barron Trump kam am Mittwoch zur Sprache, als Trump zusammen mit seiner Frau Melania und dem Gesundheitsminister Alex Azar im Oval Office des Weißen Hauses einen überraschend harschen Schritt bekanntgab, um Jugendliche von diesen Verdampfern fernzuhalten. Demnach sollen E-Zigaretten in allen Geschmacksrichtungen außer Tabak in Amerika verboten werden. Das heißt die besonders bei Jugendlichen beliebten Aromen wie Mango, Minze oder Gurke müssten ganz vom Markt genommen werden, und auch Erwachsene könnten sie nicht mehr kaufen. Trump sagte, seine Frau sei zu der Ankündigung gekommen, weil ihr das Thema wegen ihres Sohnes, der mittlerweile ein „schöner junger Mann“ sei, besonders am Herzen liege. Melania Trump hatte in dieser Woche schon getwittert, die „Epidemie“ des Konsums von E-Zigaretten unter Kindern mache sie „zutiefst besorgt“. Minister Azar sagte am Mittwoch: „Wir werden nicht untätig zusehen, wie diese Produkte für eine Generation von Jugendlichen eine Rampe hin zu brennbaren Zigaretten oder Nikotinsucht werden.“ Wie sein Ministerium am Mittwoch weiter andeutete, könnten auch E-Zigaretten mit Tabakaroma verboten werden, falls sich herausstellt, dass Jugendliche auf diese Produkte umschwenken.

          Serie mysteriöser Lungenerkrankungen

          Das Manöver von Trump und seinem Minister kommt, nachdem eine Serie mysteriöser Lungenerkrankungen, die mit dem Konsum von E-Zigaretten in Verbindung gebracht werden, Amerikaner in Aufruhr versetzt hat. Sechs Todesfälle wurden in den vergangenen Wochen gemeldet, der letzte erst am Dienstag im Bundesstaat Kansas. Insgesamt haben Behörden mehr als 450 Erkrankungen gezählt, bei denen es einen Verdacht auf einen Zusammenhang mit E-Zigaretten gibt. Die Patienten leiden oft unter Atemnot und Schmerzen im Brustkorb, in vielen Fällen musste ihnen Sauerstoff zugeführt werden. „Menschen sterben“, sagte Donald Trump am Mittwoch, und „Vaping“, also der Konsum von E-Zigaretten, sei eben nicht so „wunderbar“ wie viele Menschen meinten.

          Alle den Behörden bekannten Erkrankten haben E-Zigaretten konsumiert. Was genau die Lungen angreift, ist aber bislang nicht ganz klar. In vielen, aber offenbar nicht allen Fällen haben die Erkrankten keine gewöhnlichen E-Zigaretten mit Nikotin genutzt, sondern solche mit Tetrahydrocannabinol (THC), der berauschenden Substanz in Marihuana. Eine Theorie ist, dass Vitamin-E-Acetat, ein geruchloses Öl, das manchen THC-Produkten beigemischt ist, eine Rolle spielen könnte. Aber Gewissheit zur Ursache gibt es noch nicht.

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