https://www.faz.net/-gqe-9a0ay

Iran-Kommentar : Vertragstreue à la Trump

Demonstranten verbrennen bei einem Protest vor der ehemaligen Botschaft der Vereinigten Staaten in Teheran gebastelte amerikanische Flaggen. Bild: AP

Nicht-amerikanische Unternehmen werden den Preis dafür bezahlen, dass Präsident Trump einen Vertrag verletzt, den Amerika selbst durchgesetzt hat. Das kann nicht richtig sein.

          1 Min.

          Es ist eine komplizierte Welt da draußen. Vom Iran-Abkommen wussten die klügsten Personen stets, dass es große Schwächen hat. Sie haben es trotzdem befürwortet in der Vorstellung, dass dieses Abkommen besser ist als keines. Das gilt besonders, weil keine wohldurchdachte Alternative vorliegt. Die Formulierung, die Amerikaner haben sich zurückgezogen, ist zu harmlos.

          Sie haben ein Abkommen aufgekündigt, von dem die vertraglich betrauten Schiedsrichter sagen, die Vertragspartner hätten sich an die Auflagen gehalten. Muss sich die Welt jetzt auf ein Amerika einstellen, dass den ehernen Rechtsgrundsatz „pacta sunt servanda“ nicht mehr respektiert?

          Im konkreten Fall belebt Amerika alte Iran-Sanktionen wieder. Diese zielen in der Praxis fast ausschließlich auf nicht-amerikanische Unternehmen. Das Weiße Haus erwartet, dass etwa deutsche oder französische Unternehmen ihre Geschäfte mit dem Iran spätestens bis November abwickeln.

          Sonst drohen die Firmen selbst, Ziele amerikanischer Sanktionen zu werden. Nicht-amerikanische Unternehmen zahlen also einen Preis dafür, dass Amerikaner einen Vertrag verletzen, den sie selbst durchgesetzt haben. Das kann nicht richtig sein.

          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Weitere Themen

          CureVac-Impfstoff floppt Video-Seite öffnen

          Geringe Wirksamkeit : CureVac-Impfstoff floppt

          Der Corona-Impfstoff hat Untersuchungen zufolge nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent. CureVac will die Studie aber bis zu ihrer finalen Auswertung mit weiteren Corona-Fällen fortsetzen.

          Topmeldungen

          Er will immer voran gehen: Joshua Kimmich

          Joshua Kimmich : Die Königsfigur

          Was hasst Joshua Kimmich mehr, als ein Spiel zu verlieren? Zwei Spiele zu verlieren. Es wird viel mit ihm zu tun haben, ob die Nationalmannschaft das gegen Portugal verhindern kann.
          Vor der Amtsübergabe: Joe Biden mit seiner Frau Gill am 20. Januar in der Cathedral of St. Matthew the Apostle in Washington D.C.

          Aufstand der Bischöfe : Keine Kommunion mehr für Joe Biden?

          Amerikas katholische Bischöfe kritisieren, dass sich Präsident Biden beim Thema Schwangerschaftsabbruch an die geltende Rechtslage hält. Bald könnte er von der Kommunion verbannt werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.