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Entscheidung in zwei Wochen : Lässt Trump Yellen im Amt?

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Donald Trump während einer Rede vor dem amerikanischen Industrieverband am Freitag. Bild: AP

Im Februar endet die Amtszeit der mächtigsten Notenbankerin der Welt. Mittlerweile macht ein ganz anderer Name die Runde: Jemand, der einmal im Streit die Fed-Führung verließ.

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          Es geht um das mächtigste Amt auf dem Weltfinanzmarkt: Amerikas Präsident Donald Trump will nach eigenen Angaben in den kommenden zwei bis drei Wochen entscheiden, wer künftig die amerikanische Notenbank Federal Reserve führen soll. Auf der Suche nach Kandidaten habe es vier Treffen gegeben, sagte Trump vor Journalisten in Washington. Darunter soll auch der Ökonom Kevin Warsh gewesen sein, der derzeit als heimlicher Favorit gehandelt wird. Er ist ein Vertrauter des Präsidenten und soll selbst ebenfalls bereit sein, der derzeitigen Notenbank-Präsidentin Janet Yellen nachzufolgen - deren Mandat endet im Februar.

          Natürlich könnte Trump auch einfach Yellen eine weitere Amtszeit gewähren. Auszuschließen ist auch das nicht, hat der Präsident sich doch nach feindlichen Äußerungen im Wahlkampf während der vergangenen Monate sehr positiv über die Amtsinhaberin geäußert. In mehreren Zeitungsinterviews betonte er, dass sie (Yellen) genau wie er eher für niedrige Leitzinsen sei.

          Warsh wiederum gehörte schon einmal der Notenbankführung an, vom Jahr 2006 bis zum Jahr 2011. Er zählt zu denjenigen Entscheidern, die im Gegensatz zu Yellen allerdings derzeit eher einer straffere Geldpolitik zuneigen. befürworten. Er trat wegen Meinungsverschiedenheiten über das Wertpapierkaufprogramm (QE) zurück. Mittlerweile hat die amerikanische Notenbank die Zinsen mehrfach erhöht und die Anleihekäufe zurückgefahren. Ob Oktober wird sie außerdem beginnen, die infolge der Krisenbekämpfung größer gewordene Bilanz wieder zu verkleinern - indem sie vor allem nicht alle auslaufenden Schuldtitel in den eigenen Büchern durch neue ersetzt.

          „Er ist definitiv mehr ein Falke in dem ganzen Spektrum“, sagt Zinsstratege Gennadiy Goldberg vom Broker TD Securities über Warsh. „Er ist schon ein ziemlicher Gegensatz zu Yellen. Es sieht so aus, als ob er der Favorit ist, obgleich es noch nicht sicher ist, dass er nominiert wird.“ Spekulationen auf eine Nominierung Warshs trieben an der Börse Finanzwerte nach oben.

          Nach Angaben des gewöhnlich gut vernetzten „Wall Street Journal“ traf sich Warsh bereits auch mit Trumps Finanzminister Steven Mnuchin. Neben Warsh seien noch weitere Kandidaten um das höchste Amt der Notenbank im Rennen - auch Yellen, schreibt die Zeitung. Lange Zeit galt zudem Trumps oberster Wirtschaftsberater Gary Cohn als Favorit für den Fed-Führungsspitze. Offenbar fiel er aber mit kritischen Äußerungen zu Reaktionen des Präsidenten auf rechtsextreme Ausschreitungen in Virginia in Ungnade. Daneben sollen der frühere Chef der Bank BB&T, John Allison, und der ehemalige Fed-Direktor Lawrence Lindsey im Rennen sein.

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