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Teures Tanken : Trump droht Opec: „JETZT PREISE REDUZIEREN“

  • Aktualisiert am

Donald Trump traf den designierten saudi-arabischen Thronfolger Mohammed bin Salman im März im Weißen Haus. Bild: AP

Die amerikanische Regierung erhöht den Druck auf Saudi-Arabien und Co, doch Fachleute zweifeln, ob die überhaupt helfen können. In ein anderes Land wollte Trump offenbar am liebsten gleich einmarschieren.

          Die Nervosität wächst offenbar in der amerikanischen Regierung vor unliebsamen Folgen des weiter steigenden Ölpreises. Präsident Donald Trump selbst hat sich persönlich eingeschaltet und von der Förderländer-Vereinigung Opec verlangt, mehr Öl zu liefern. „Das Opec-Monopol muss sich daran erinnern, dass die Benzinpreise steigen und es wenig tut, um zu helfen“, teilte Trump auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit und fügte hinzu: „Wenn überhaupt, dann treiben sie die Preise in die Höhe, während die Vereinigten Staaten viele der Mitglieder für sehr wenige Dollar verteidigen. Das darf keine Einbahnstraße sein. JETZT PREISE REDUZIEREN!“

          Tatsächlich hat sich der wichtige Rohstoff in der jüngeren Vergangenheit merklich verteuert. Kostete ein Fass (159 Liter) zu Beginn es Jahres 2016 auf dem Tiefpunkt noch 30 Dollar, nähert sich dieser Preise nun der 80-Dollar-Marke. Das ist erfreulich aus Sicht der Ölförderländer und Konzerne – sie verdienen mehr Geld. Für alle anderen bedeutet das teurer gewordene Öl aber vor allem eines: höhere Kosten. Umso mehr Geld sie ausgeben müssen für das Tanken, desto weniger bleibt übrig für Urlaub oder Essen gehen. Ein höherer Benzinpreis gerade in der Urlaubssaison kommt für den Präsidenten und seine Republikaner zu einer denkbar schlechten Zeit: Sie wollen in den anstehenden Wahlen ihren Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses verteidigen und auf jeden Fall den Eindruck vermeiden, sie seien für die steigenden Preise verantwortlich oder würden zu wenig dagegen unternehmen.

          Die nun ergangene Ansage an die Opec ist denn auch nicht Trumps erste Intervention. Am Wochenende teilte er mit, mit dem saudi-arabischen Monarchen telefoniert zu haben. „Sprach gerade mit König Salman von Saudi-Arabien und erklärte ihm, dass ich wegen der Unruhen und Störungen in Iran und Venezuela Saudi-Arabien bitte, seine Ölproduktion zu erhöhen, möglicherweise um bis zu 2 Millionen Fass, um das auszugleichen... Die Preise sind zu hoch! Er ist einverstanden!“

          Fachleute halten für wenig realistisch, dass es so kommt. „Du kannst nicht zwei Millionen Fass (Öl) so bestellen, als würdest du irgendwo einen Kaffee ordern“, kommentierte Beat Wittmann vom Finanzdienstleister Porta Advisors gegenüber dem amerikanischen Finanzsender „CNBC“. Saudi-Arabien verfügt von allen Förderländern zwar mit Abstand über die größten freien Kapazitäten, allerdings hat das Land seine Förderung im Juni Schätzungen zufolge bereits auf zwischen 10,3 und 10,7 Millionen Fass pro Tag ausgeweitet – von 12 Millionen Fass, die nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden der staatlichen Ölgesellschaft Saudi Aramco maximal möglich wären.

          Hinzu kommt, dass die amerikanische Führung selbst dazu beigetragen hat, dass der Ölpreis steigt, indem sie einen potentiell potenten Lieferanten wieder vom Markt abschneidet: Iran. Washington hat das Atomabkommen mit dem Land aufgekündigt und anderen Staaten verboten, von dort Öl zu kaufen. „Abgesehen davon, dass die von Trump genannten Störungen teilweise auch auf das eigene Konto gehen – den europäischen Unternehmen drohte er unverhohlen mit Sanktionen, sollten sie weiter Geschäfte mit dem Iran machen – wären nach der Erhöhung die freien Förderkapazitäten Saudi-Arabiens vollständig aufgebraucht“, stellen die Rohstofffachleute der Commerzbank fest.

          Wenig zu Beruhigung dürfte vor diesem Hintergrund beitragen, dass Trump angeblich schon im vergangenen Jahr die Idee ins Spiel bracht, die Vereinigten Staaten könnten im südamerikanischen Ölförderland Venezuela einmarschieren und den Staatsführer Maduro entmachten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP brachte Trump dieses Ansinnen während eines Treffens im Oval Office des Weißen Hauses im August des vergangenen Jahres auf angesichts der Unruhen in dem Land. An dem Gespräch teilgenommen hatten dem Bericht zufolge auch Außenminister Rex Tillerson und der Nationale Sicherheitsberater Herbert McMaster – beide hat Trump mittlerweile gefeuert. Im September habe Trump diese Idee am Rande der Vollversammlung der Vereinten Nationen abermals geäußert, diesmal mit vier Vertretern südamerikanischer Staaten. Das Weiße Haus wollte diese Gespräche dem Bericht zufolge nicht kommentieren.

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