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True Fruits-Werbung : Saftladen

Das Unternehmen hat nicht zum ersten Mal Ärger. Bild: Wolfgang Eilmes

True Fruits steht einmal mehr wegen einer Werbekampagne in der Kritik. Dass sich das Unternehmen jetzt aber als Verfechter der Meinungsfreiheit aufspielt, ist peinlich.

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          Provokation gehört in der Werbung offenbar zum guten Ton dazu. Das zeigt auch die neue Werbekampagne des Safthersteller True Fruits: Das Werbebild zeigte den Rücken einer Frau, auf dem mit Sonnenmilch ein männliches Glied gemalt wurde. Darunter steht: „Sommer, wann feierst Du endlich Dein Cumback?“ Kritiker bezeichneten die Werbung als sexistisch. Statt sich zu entschuldigen, wählt True Fruits natürlich den Weg des größten Widerstandes: In einem Statement werden die Kritiker als „Fanatiker“ und „Radikalapostel“ beschimpft, welche die Meinungsdiktatur anstreben würden.

          Über die Welle der Empörung sei man im Unternehmen überrascht. Wirklich? Aufmerksamkeit ist ein knappes Gut, insbesondere in der Werbung. Das Unternehmen hat wohl eher die Provokation eingerechnet und nach dem Motto „Auch schlechte Presse ist gute Presse“ gehandelt.

          Für seine Werbung hätte das Unternehmen jedes Motiv wählen können. Das Bild eines Hasen hätte wohl genauso wenig mit Smoothies zu tun gehabt wie das Penisbildchen – diskriminiert hätte sich davon aber keiner gefühlt. Dass sich True Fruits jetzt als Verfechter der Meinungsfreiheit aufspielt, ist peinlich. Denn ob eine Werbung diskriminierend ist, muss das Gesetz entscheiden. Und der öffentliche Diskurs darf Grenzen immer wieder neu ausloten. Und True Fruits? Die müssen in erster Linie Smoothies verkaufen.

          Stefanie Diemand

          Redakteurin in der Wirtschaft.

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