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Trotz niedriger Inflation : Die EZB sollte nicht reagieren

Währungshüterin in schwierigen Zeiten: Zentrale der EZB in Frankfurt Bild: Lando Hass

In Deutschland rutscht die Inflation ins Negative, europaweit ist sie nur leicht positiv. Grund zum Handeln für die Europäische Zentralbank?

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          Es ist spannend, wie es in den Tagen der Lockerung der Corona-Maßnahmen mit der Inflation weitergeht. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter spotten sie gerade über Thilo Sarrazin, der im Jahr 2012 gewettet hatte, wenn es in den nächsten zehn Jahren keine hohe Inflation gebe, werde er sein Diplom als Volkswirt zurückgeben. Da hätte er also noch zwei Jahre Zeit. Im Augenblick jedenfalls ist die Inflation als Folge der Corona-Krise nahezu überall ungewöhnlich niedrig, auch wenn in Amerika die Inflationssorgen zunehmen.

          In Deutschland ist die Teuerung im Juli sogar in den negativen Bereich gerutscht, vor allem als Folge der Mehrwertsteuersenkung. In anderen europäischen Ländern wie Frankreich sorgen teurere Nahrungsmittel für einen stärkeren Preisauftrieb. Entsprechend ist die Inflationsrate für den Euroraum mit 0,4 Prozent höher als in Deutschland, aber weit entfernt vom Ziel der Europäischen Zentralbank von „unter, aber nahe 2 Prozent“.

          Trotzdem gibt es gute Gründe, warum die Notenbank nicht reagieren sollte. Zum einen gibt sie schon „Vollgas“. Und zum anderen dürfte die Inflation mit den Energiepreisen bald wieder etwas steigen.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

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