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Trotz Corona-Krise : Weniger Insolvenzen im April

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„Wir schließen!“: Solche Schildern sieht man bisher eher selten. Doch die Insolvenzwelle in Folge der Corona-Krise dürfte erst noch kommen. Bild: dpa

Die Insolvenzwelle steht erst noch bevor, warnen Ökonomen. Seit März ist nämlich die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen ausgesetzt. Auch andere Faktoren führen dazu, dass sich die Krise bisher nicht in den Zahlen widerspiegelt.

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          Trotz fortschreitender Corona-Krise sind im April weniger Firmen in die Pleite gerutscht als ein Jahr zuvor. 1465 Fälle meldeten die deutschen Amtsgerichte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag. Das waren 13,3 Prozent weniger als im gleichen Vorjahresmonat.

          Ein wichtiger Grund für den Rückgang ist aber, dass die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen seit dem 1. März 2020 ausgesetzt ist. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch die Corona-Pandemie spiegeln sich somit bislang nicht wider, folgern die Statistiker. Zudem kann die Bearbeitung von Anträgen bei den Gerichten derzeit länger dauern, weil auch dort der Betrieb nur eingeschränkt läuft. Etliche Ökonomen rechnen für das Gesamtjahr mit einem spürbaren Anstieg der Firmenpleiten.

          Im April gab es die meisten Firmenpleiten im Baugewerbe mit 249 Fällen. Handelsunternehmen einschließlich Kfz-Werkstätten stellten 231 Insolvenzanträge, im Gastgewerbe waren es 159 Fälle. Im Schnitt waren die Betriebe größer als vor einem Jahr, denn die Forderungen der Gläubiger lagen mit knapp 3,2 Milliarden Euro deutlich über der Summe des Vorjahresmonats (1,7 Mrd Euro).

          Die Zahl der eröffneten Regelinsolvenzverfahren in Deutschland nahm im Juni wie auch schon im Mai weiter ab. Auf der Grundlage vorläufiger Angaben sank sie im Juni um 8,6 Prozent in der Jahresfrist.

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