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Transrapid : 125 Millionen mehr für Transrapid in Bayern

  • Aktualisiert am

Noch schneller durch Bayern Bild: dpa

Bayern soll für den geplanten Transrapid mehr Geld vom Bund erhalten. Stoiber wertete die Zusage als „faire Entscheidung“. Der Bund würde damit 675 Millionen der Gesamtkosten von 1,6 Milliarden Euro übernehmen.

          Nach Nordrhein-Westfalen soll auch Bayern für seine geplante Transrapid-Strecke zusätzliches Geld vom Bund erhalten.

          Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) kündigte am Freitag nach einem Gespräch mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) in Berlin eine Aufstockung um 125 Millionen Euro an. Stoiber wertete die Zusage als „faire Entscheidung“. Der Bund würde damit 675 Millionen der Gesamtkosten von 1,6 Milliarden Euro übernehmen. Da Bayern ursprünglich einen Nachschlag von 250 Millionen gefordert hatte, fehlen der Staatsregierung jetzt noch 125 Millionen für das insgesamt 1,6 Milliarden Euro teure Projekt. Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) zeigte sich zuversichtlich, die offenen Fragen klären zu können. Sprechen will Wiesheu dabei unter anderem mit dem Flughafen München, an dem sowohl Freistaat als auch Stadt München beteiligt sind. Die Stadt lehnt den Transrapid ab.

          Sowohl Stolpe als auch Wiesheu hielten eine Beteiligung des Flughafens für verkehrspolitisch sinnvoll, hieß es dazu in einer Mitteilung der Staatskanzlei. Die Staatsregierung wolle die Rolle Bayerns als High-Tech-Standort festigen. Für das nordrhein- westfälische Konkurrenzprojekt Metrorapid hatte Stolpe einen Nachschlag von 250 Millionen Euro versprochen. Massive Kritik kam von der Opposition, dem Bund Naturschutz und dem Fahrgastverband Pro Bahn. SPD-Landtagsfraktionschef Franz Maget sprach von einem „Luftschloss“. Auch ein Nachschlag des Bundes ändere nichts daran, dass die Finanzierungsvorstellungen von Stoiber und Wiesheu unrealistisch blieben, sagte er.

          Nach Ansicht des Grünen-Verkehrsexperten Martin Runge würde der Transrapid massiv zu Lasten des Nahverkehrs in ganz Bayern gehen. Der Freistaat wolle Fahrzeugkosten in Höhe von 120 Millionen Euro übernehmen, weitere 100 Millionen sollten nach dem Konzept aus den Bundeszuschüssen für den Schienenwegeausbau kommen, rechnete Runge vor. Diese Gelder fehlten dann im Nahverkehr. „Wir haben eine Milchmädchenrechnung, Luftnummern und einen Griff in die Nahverkehrstöpfe.“ Wiesheu und die Landtags-CSU wiesen die Kritik zurück.

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