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Handelsabkommen : TPP kommt auch ohne Amerika

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Die pazifischen Anrainerstaaten verhandeln ohne Amerika weiter. Bild: AP

Wirtschaftsvertreter sehen das Handelsabkommen der Pazifik-Anrainerstaaten positiv. Doch sie warnen die Europäer, den Anschluss an die Region zu verlieren.

          Die deutsche Wirtschaft sieht das wirtschaftliche Zusammenrücken von knapp einem Dutzend Pazifik-Anrainerstaaten im Rahmen der Handels-Partnerschaft TPP als Hoffnungszeichen für einen freieren Welthandel. „Trauerreden auf die 'Transpazifische Partnerschaft' waren verfrüht“, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, an diesem Montag. Die am Mittwoch in Chile geplante Unterzeichnung des Pakts sei ein „Signal für mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit und freien Warenverkehr“.

          Dem Pakt werden Australien, Brunei, Chile, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur und Vietnam angehören. Die Vereinigten Staaten hatten sich als vormals zwölftes Land unter dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump von dem Vorhaben verabschiedet, weil sie ihre Interessen nicht ausreichend gewahrt sahen. Den Wert des TPP-Abkommens sieht Treier dadurch aber nicht ausgehöhlt. Der neue Handelspakt stehe immer noch für 15 Prozent des Welthandels und gut 13 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung.

          Die Europäer müssen aufpassen

          „Auch die deutsche Wirtschaft hat etwas von der Gründung“, sagte Treier. In den elf Ländern des Bündnisses seien über 3000 deutsche Unternehmen mit größeren Investitionen aktiv. Mit über 90 Milliarden Euro Investitionsvolumen seien ihre Wertschöpfungsketten eng mit den elf Pakt-Ländern und mit Deutschland verbunden. In Zeiten, in denen die Vereinigten Staaten mit wachsendem Protektionismus aufwarteten, sei TPP „ein Zeichen, dass es auch anders geht“.

          Die Europäer, warnte Treier mit Blick auf TPP, dürften in wichtigen Handelsregionen nicht den Anschluss verlieren und sollten Freihandelsvereinbarungen mit solchen Bündnissen abschließen. So sollte die Europäische Union in den Verhandlungen mit den verschiedenen ASEAN-Ländern ihre Handlungsfähigkeit unter Beweis stellen und durch einen ehrgeizigen Zollabbau den deutschen Firmen neue Marktchancen eröffnen.

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