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Weltmeister der Autobranche : Toyota vergrößert den Vorsprung vor Volkswagen

Autos der Marke Toyota vor einem Vertrieb des Unternehmens in Salt Lake City, USA Bild: dpa

Mitten im Mikrochip-Engpass zeigt Toyota Motor, dass es die Lieferketten besser handhabt als die Konkurrenz. Für den Konzern ist es das zweite Jahr nacheinander an der Weltspitze. Der Erfolg geht auch auf eine Katastrophe zurück.

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          Toyota Motor hat das vergangene Jahr abermals als der größte Autohersteller der Welt vor Volkswagen beendet. Der japanische Marktführer meldete am Freitag 9,6 Millionen verkaufte Autos oder 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit baute Toyota den Vorsprung vor dem deutschen Konkurrenten weiter aus. Volkswagen hatte schon zuvor eine Absatzzahl von 8,88 Millionen Autos bekannt gegeben, 4,5 Prozent weniger als vor einem Jahr.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Für Toyota ist es das zweite Jahr nacheinander vor Volkswagen an der Spitze. Zuvor hatten die Japaner in den Jahren 2012 bis 2015 die Statistik angeführt. Die Zahlen für Toyota enthalten auch die Verkäufe der Tochtergesellschaften Daihatsu und Hino.

          Der abermalige Erfolg Toyotas bestätigt, dass das Unternehmen den Mangel an Mikrochips im vergangenen Jahr weit besser als die Konkurrenten bewältigt hat. Toyota war noch vor Jahrzehnten als Meister der Just-in-time-Produktion von Unternehmensberatern gerühmt und von Gewerkschaftern gefürchtet. Dabei werden Zulieferprodukte der Partnerunternehmen im eng getakteten Rhythmus der Produktion direkt ans Band geliefert.

          Nur ein Zehntel des Verkaufs in Europa

          Nach den Erfahrungen mit dem verheerenden Tsunami im Jahr 2011 im Nordosten Japans hatte Toyota aber noch mehr Wert darauf gelegt, die Sicherheit der Zulieferungen durch weit vorausschauende Absprachen mit den Partnern und durch mehr Lagerhaltung zu verbessern. In den ersten Monaten des globalen Mangels an Mi­krochips konnte Toyota auf diese Weise einen großen Produktionsvorsprung gegenüber der Konkurrenz erzielen.

          Zugleich spiegelt die unterschiedliche Entwicklung von Toyota und Volkswagen die unterschiedliche Abhängigkeit vom europäischen Automarkt wider, der im vergangenen Jahr einen weiteren Einbruch erlebte. Volkswagen verkauft rund ein Drittel seiner Autos in Europa, Toyota dagegen nur etwa ein Zehntel. Stärker als Volkswagen profitierte Toyota dagegen von der vergleichsweise guten Entwicklung des amerikanischen Markts.

          Mit weiteren Covid-Wellen in der zweiten Jahreshälfte blieb auch Toyota von angespannten und gerissenen Lieferketten nicht verschont. In den vergangenen Wochen hatte Toyota mehrmals Produktionskürzungen angekündigt, weil es an Vorprodukten und Mi­krochips mangelt. Das Ziel, mit einem Endspurt in den ersten Monaten dieses Jahres noch Produktionsausfälle aufzuholen und das im März endende Geschäftsjahr noch mit einer Produktion von 9 Millionen Fahrzeugen zu beenden, hat das Unternehmen mittlerweile aufgegeben.

          Toyota soll für das im April beginnende Geschäftsjahr die Rekordproduktion von 11 Millionen Fahrzeugen anstreben. Das berichtete die für gewöhnlich gut informierte japanische Wirtschaftszeitung „Nikkei“ in dieser Woche. Damit würde die bisherige Höchstmarke aus dem Jahr 2016 übertroffen. Der Plan signalisiert die Zuversicht Toyotas, dass der Automobilmarkt vor einer rasanten Erholung steht. Voraussetzung für das neue Produktionsziel ist nach dem Bericht aber, dass die coronabedingten Lieferschwierigkeiten enden und genügend Halbleiter zur Verfügung stünden. Toyota kommentierte den Bericht nicht.

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