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Naturkatastrophe auf Bali : Bali-Touristen können kostenlos umbuchen

Feuriges Inferno: Mount Agung auf Bali Bild: AP

Die indonesische Insel Bali wird von einem Vulkanausbruch heimgesucht. Tausende Touristen sind betroffen. Die Reiseanbieter sind kulant.

          Touristen, die von den Folgen des drohenden Vulkanausbruchs des Mount Agung auf Bali betroffen sind, können mit der Kulanz ihrer Reiseveranstalter rechnen. Zumindest namhafte Anbieter wie TUI und DER Touristik sicherten am Dienstag ihren Kunden zu, die Kosten für Umbuchungen von Flügen und Hotels vor Ort zu übernehmen. Wer seine Reise zur beliebten Ferieninsel noch nicht angetreten hat, kann diese kostenlos stornieren.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die großen Touristikanbieter gerieten in Zugzwang, seitdem der internationale Flughafen Ngurah Rai auf der Ferieninsel geschlossen wurde. Dort landet in der Urlaubssaison alle 12 Minuten ein vollbesetztes Passagierflugzeug aus China oder den übrigen Ländern Südostasiens. Aus Angst vor einem baldigen Ausbruch des Vulkans verlängerten die Behörden in Indonesien das Flugverbot am Dienstag um einen weiteren Tag. Ein Gebot der Vorsicht, da die Vulkanasche die Triebwerke der Passagierjets beschädigen könnte.

          „Insel der Götter“ in Gefahr

          Nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes befinden sich gegenwärtig etwa 5500 Touristen aus Deutschland auf Bali. Dabei dürften jeweils mehrere hundert Urlauber bei Anbietern von Pauschalreisen wie TUI oder DER Touristik gebucht haben. Viele hätten längere Aufenthalte gebucht, so dass sie nicht sofort wegmüssen und mit Umbuchungen von Hotels ihren Urlaub verlängern können.

          Indonesien, wozu Bali gehört, ist ebenso wie etwa Thailand stark abhängig von den Einnahmen aus dem Tourismussektor: 1972 zählte man auf der „Insel der Götter“, wie man das 120 Kilometer breite Eiland nennt, 6096 ausländische Besucher im Jahr – zur Jahrtausendwende waren es 1 Million Touristen, wobei für den größten Schub Urlauber aus China sorgten. In jüngster Vergangenheit sorgte Bali allerdings mit Terroranschlägen für Schlagzeilen, die zwischenzeitlich zu kräftigen Einbußen bei den Besucherzahlen sorgten. Wegen der Gefahr des drohenden Vulkanausbruchs gilt seit Montag in der Region Alarmstufe Rot. Das Gebiet wurde im Umkreis von zehn Kilometern zur Sperrzone erklärt, mehr als 100.000 Menschen wurden evakuiert. Immer wieder waren im Umland des Vulkans kleinere Eruptionen zu hören. Ob es tatsächlich einen gewaltigen Ausbruch gibt, ist offen.

          Der Vulkan war zuletzt in der Zeit zwischen 1963 und 1964 ausgebrochen. Damals kamen mehr als 1100 Menschen ums Leben. Der Inselstaat Indonesien mit seinen mehr als 250 Millionen Einwohnern liegt auf dem Pazifischen Feuerring. In dem Gebiet treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander, es kommt oft zu Erdbeben und vulkanischen Eruptionen. In Indonesien gibt es insgesamt etwa 130 aktive Vulkane.

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