https://www.faz.net/-gqe-a2jr5

Tod in VW-Abhöraffäre : Staatsanwaltschaft geht von Suizid aus

  • Aktualisiert am

Die Affäre um Mitschnitte interner Gespräche belastet Volkswagen seit einigen Wochen. Bild: dpa

Im Fall der vergangene Woche gefundenen Leiche soll es sich um einen Suizid handeln, sagen Ermittler. Einen Zusammenhang zur Abhöraffäre von Volkswagen wollen sie nicht bestätigten. Derweil reagiert der Konzern bestürzt.

          1 Min.

          In ihren Ermittlungen zur Abhöraffäre von Volkswagen geht die Staatsanwaltschaft Braunschweig im Fall einer vergangenen Woche in einem ausgebrannten Wagen gefundenen Leiche von einem Selbstmord aus. Es lägen Anhaltspunkte dafür vor, dass es sich um einen Suizid handele, teilte die Strafverfolgungsbehörde am Freitag mit.

          Die Ermittlungen dahingehend seien aber noch nicht abgeschlossen. Angaben zur Identität des Toten machte die Staatsanwaltschaft nicht. Sie erklärte lediglich: „Die DNA-Analyse hat bestätigt, dass es sich bei dem Verstorbenen um den Halter des Kfz handelt.“

          VW zeigte sich bestürzt und tief betroffen von der Nachricht. „Über die Hintergründe der Geschehnisse gibt es nach unserer Kenntnis bislang keine gesicherten Informationen“, erklärte das Unternehmen weiter. Volkswagen sei überzeugt, dass die ermittelnden Behörden die Umstände, die zu dem tragischen Vorfall geführt hätten, umfassend untersuchen würden. „Spekulationen sind absolut unangebracht. Sofern möglich, werden wir selbstverständlich zur Aufklärung der Hintergründe beitragen“, hieß es.

          Keine Angaben zum Streit mit Prevent 

          Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte im August erklärt, bei ihren Ermittlungen Hinweisen über einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Leichenfund und der VW-Abhöraffäre nachzugehen. Lokale Medien hatten berichtet, bei dem Toten handele es sich um einen VW-Mitarbeiter, der im Verdacht steht, vertrauliche Besprechungen bei VW mitgeschnitten zu haben. Bei den Besprechungen soll es um die Strategie gegangen sein, mit der sich Volkswagen von seinem ungeliebten Lieferanten Prevent trennen wollte.

          Der Tote war Anfang vergangene Woche in einem ausgebrannten Wagen im Landkreis Helmstedt gefunden worden. Im Zusammenhang mit dem Todesfall wird nach Angaben der Strafverfolger auch ein Brandanschlag auf ein Wohnhaus im Mai untersucht. Die Ermittler versuchen herauszufinden, ob und welche Verbindungen es mit der Abhöraffäre gibt, hüllt sich aber auch dazu in Schweigen. „Darüber hinaus machen wir aktuell keine weiteren Angaben, auch zu dem Brandverfahren des Hauses und dem ’Abhörverfahren’ nicht“, erklärte die Staatsanwaltschaft.

          Prevent und Volkswagen liegen seit Jahren vor Gerichten im Clinsh. Seinen Ausgang nahm der Streit 2016, als die zu Prevent gehörenden Töchter ES Guss und Car Trim die Lieferung von Sitzteilen und Getriebegehäusen einstellten, um höhere Preise durchzusetzen. Wegen fehlender Teile musste VW die Produktion damals in sechs deutschen Werken vorübergehend ruhen lassen.


          Hilfe bei Suizidgedanken

          Wenn Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, versuchen Sie, mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Es gibt eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen Sie – auch anonym – mit anderen Menschen über Ihre Gedanken sprechen können.

          Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

          Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222.
          Der Anruf bei der Telefonseelsorge ist nicht nur kostenfrei, er taucht auch nicht auf der Telefonrechnung auf, ebenso nicht im Einzelverbindungsnachweis.

          Ebenfalls von der Telefonseelsorge kommt das Angebot eines Hilfe-Chats. Die Anmeldung erfolgt auf der Webseite der Telefonseelsorge. Den Chatraum kann man auch ohne vereinbarten Termin betreten, mit etwas Glück ist ein Berater frei. In jedem Fall klappt es mit einem gebuchten Termin.

          Das dritte Angebot der Telefonseelsorge ist die Möglichkeit der E-Mail-Beratung. Auf der Seite der Telefonseelsorge melden Sie sich an und können Ihre Nachrichten schreiben und Antworten der Berater lesen. So taucht der E-Mail-Verkehr nicht in Ihren normalen Postfächern auf.

          Weitere Themen

          Novartis produziert für Curevac

          Impfstoff CVnCov : Novartis produziert für Curevac

          Das Tübinger Unternehmen Curevac hat einen neuen Partner für die Produktion seines Corona-Impfstoffs gefunden. Schon im Sommer könnte mit den Lieferungen begonnen werden.

          Topmeldungen

          Markus Söder am Donnerstag in München

          Corona-Beratungen : Hat da jemand „schlumpfig“ gesagt?

          Bis in den späten Abend hinein ringen Kanzlerin und die Ministerpräsidenten um die neue Linie in Sachen Corona. Zu fortgeschrittener Stunde kommt es in der Schalte zum Schlagabtausch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.