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Industrie-Kommentar : Thyssens erster Akt

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Was wird aus Thyssen-Krupp? Der gewaltige Aufwand für den Konzernumbau lässt sich kaum mit höheren Gewinnmargen in den einzelnen Bereichen rechtfertigen.

          Für die Zweiteilung von Thyssen-Krupp bekamen die Aktionäre in Bochum einen exakten Zeitplan präsentiert, aber keine Antwort auf die entscheidende Frage: Wie wird es nach der Abspaltung der Industriegeschäfte weitergehen?

          Der gewaltige Aufwand für den Konzernumbau lässt sich kaum damit rechtfertigen, die Gewinnmargen in den einzelnen Geschäftsbereichen zu verbessern. Das schaffen andere Industrieunternehmen auch, aber ohne Hunderte Millionen für Berater, Banken und Steuern auszugeben.

          Dass die Neubewertung der Aufzugssparte stille Reserven aufdeckt, ist gut und schön, aber vermutlich nur der erste Akt. Durch die Abspaltung der Industriegeschäfte verschafft sich Thyssen-Krupp ganz andere Handlungsoptionen: Teilverkäufe und Börsengänge, auf die Großinvestoren wie Cevian und aktivistische Fonds schon lange spekulieren.

          Es ist die Aussicht auf diesen zweiten Akt der Geschichte, die Elliott angelockt und Harris dazu bewogen hat, seinen Anteil auf mehr als 5 Prozent aufzustocken. Warum die Krupp-Stiftung dabei mitspielt, ist eine weitere Frage, auf die man gern eine wirklich überzeugende Antwort hören würde.

          Aber wenn die Hauptversammlung Anfang 2020 über die Blaupause abstimmen darf, ist der Zug längst abgefahren. Mit welchem Ziel, das wird man erst in einigen Jahren sehen.

          Helmut  Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

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