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Thyssen-Krupp : Und plötzlich kann er auch Pathos

Guido Kerkhoff bei der Eröffnung eines Projekts in Duisburg im September. Bild: Picture-Alliance

Was war anfangs nicht alles über ihn geunkt geworden? Der historische Umbauplan nützt Guido Kerkhoff, um sich bei Thyssen-Krupp für die Konzernspitze zu empfehlen.

          3 Min.

          Ein großer Gewinner der Umbaupläne bei Thyssen-Krupp steht schon fest: Guido Kerkhoff. Der eigentlich nur als Übergangslösung bestellte Vorstandsvorsitzende hat mit der Blaupause für die Zweiteilung des Konzerns ein strategisches und diplomatisches Meisterstück abgeliefert. Der langjährige Finanzvorstand, der nach dem Rücktritt von Heinrich Hiesinger vor bald drei Monaten die Lücke füllen sollte, dürfte sich für höhere Aufgaben qualifiziert haben.

          Helmut Bünder
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Was war anfangs nicht alles über ihn geunkt geworden? Er sei ein Mann der Vergangenheit, der jahrelang einen falschen Kurs mitgetragen habe. Einflussreiche Investoren wie Elliott und Union Investment hätten ihn lieber heute als morgen durch eine ihnen genehme Person von außen ersetzt. Die Kritik ist erst einmal verstummt. Kerkhoff hat seine Chance genutzt und sich als zupackender Stratege in Szene gesetzt. Es ist nun voraussichtlich an ihm, das Konzept umzusetzen und die Aufteilung zu vollziehen. Ein bis zwei Jahre dürften darüber vergehen, und wenn dabei alles glatt läuft, winkt danach womöglich der Spitzenposten in einer der beiden neuen Gesellschaften.

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