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Thyssen-Krupp : Finnen greifen nach Aufzugssparte

  • Aktualisiert am

Im Inneren des Thyssen-Krupp-Testturms in Rottweil Bild: Thyssen-Krupp

Der finnische Aufzugshersteller Kone hat offiziell sein Interesse am Kauf der Aufzugssparte von Thyssen-Krupp angekündigt: Das würde „perfekt passen“, sagt der Kone-Chef.

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          Kone treibt seine Bemühungen für einen Erwerb der Aufzugssparte von Thyssen-Krupp voran. Kone lote Partnerschaften aus, um Wettbewerbsbedenken auszuräumen, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Finnen, weltweit die Nummer drei bei Aufzügen, könnten Geschäfte an Partner abgeben. Eine Entscheidung gebe es aber noch nicht. Kone wollte sich zu den Informationen zunächst nicht äußern. „Die Aufzugssparte von Thyssen-Krupp würde perfekt zu Kone passen“, sagte Vorstandschef Henrik Ehrnrooth in einem vorab veröffentlichten Interview der „Rheinischen Post“. Thyssen-Krupp-Chef Guido Kerkhoff hat angekündigt, die lukrative Aufzugssparte an die Börse zu bringen oder zu verkaufen. Ihr Wert wird auf zwölf bis 17 Milliarden Euro geschätzt.

          Die Thyssen-Krupp-Aktie weitete nach der Meldung ihre Gewinne aus und notierte mehr als sechs Prozent im Plus. Die Finnen haben schon länger die Sparte im Visier, die bis vor kurzem noch bei Thyssen-Krupp zum Tafelsilber gehörte. Kone hatte sich bislang mit Kommentaren zu einer möglichen Übernahme zurückgehalten. Vorstandschef Ehrnrooth bekannte nun Farbe. In der Kombination könnten beide die digitalen Herausforderungen besser angehen. „Und natürlich könnten wir auch Einsparungen erzielen.“

          Thyssen-Krupp hatte am Mittwoch bestätigt, an Interessenten Briefe geschickt zu haben. Insidern zufolge erwartet der KonzernAntworten bis Mitte September. Kerkhoff wollte ursprünglich lediglich eine Minderheitsbeteilung der als Ertragsperle geltenden Sparte an die Börse bringen, inzwischen erscheint selbst ein kompletter Verkauf als nicht ausgeschlossen.

          Neben Kone seien Schreiben an Schindler, Otis und Hitachi gegangen sowie an die Finanzinvestoren KKR, Bain, Advent, CVC, EQT, Blackstone, Partner Group und Apollo, hatten Insider gesagt. Es gilt als wahrscheinlich, dass Kone im Fall eines Alleingangs hohe Kartellhürden ausräumen müsste. Kone ist im Aufzugsgeschäft nach Otis und Schindler weltweit die Nummer Drei, Thyssenkrupp die Nummer Vier. Mit einem Finanzinvestor an der Seite sei das einfacher, sagen Experten.

          Konzernchef Ehrnrooth erklärte gegenüber der "Rheinischen Post" auf die Frage nach Kartellproblemen: "Wir haben verschiedene Szenarien bewertet und sind der Meinung, dass ein Zusammenschluss aus kartellrechtlicher Sicht möglich ist. Beide Unternehmen würden profitieren." Auch die Firmenkulturen passten gut zusammen. Wie Thyssen-Krupp haben auch wir einen starken Ankeraktionär, die Familie Herlin, sie hält die Mehrheit der Anteile. Außerdem denken wir langfristig."

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