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Thüringen und die Folgen : Unternehmer halten FDP die Treue

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„Herr Lindner hat seine Thüringer Truppe auf Spur gebracht“ Bild: Jens Gyarmaty

Trotz des „toxischen Polit-Supergaus“ in Thüringen bricht die Kernklientel der FDP nicht mit der Partei. Christian Lindner bekommt sogar Lob.

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          Die FDP hat durch die Wahl von Thomas Kemmerich zum thüringischen Ministerpräsidenten eine Welle der Empörung losgetreten. Politische Beobachter bezeichneten die Wahl, die nur dank Stimmen der in Thüringen besonders rechten AfD glückte, als „Dammbruch“. Die Turbulenzen gipfelten für die FDP am Freitag vorerst in der Vertrauensfrage, die der einst unangefochtene Parteivorsitzende Christian Lindner stellte und überstand. Angesichts des enormen öffentlichen Gegenwinds drängt sich die Frage auf, wie sich Unternehmer, zu denen die Partei mit dem Beinamen „Die Liberalen“ traditionell ein enges Verhältnis pflegt, nun positionieren. Dass Lindner vor zwei Jahren lieber doch nicht regieren wollte und den Weg für eine zweite große Koalition in Folge frei machte, kam in der Wirtschaft nicht gut an. Hat die FDP ihre Kernklientel durch die Wahlhilfe der AfD jetzt ein für alle Mal verprellt?

          Danach sieht es zumindest bislang nicht aus, wie eine Umfrage der F.A.Z. zeigt. Kemmerichs Kandidatur sei „aller Ehren wert“ gewesen, lobt Reinhold von Eben-Worlée, Präsident des Verbands der Familienunternehmer. „Aber für den unwahrscheinlichen Fall seiner Wahl hatte er anscheinend keinen überzeugenden Plan. Damit hat er die gesamte FDP in einen Gesinnungs-Elchtest gejagt – den die Partei mit leichtem Blechschaden bestanden hat.“ Dies schreibt Eben-Worlée, dessen Verband die Interessen von 180.000 Familienunternehmern vertritt, vor allem der Reaktion des Parteichefs zu. „Die entschlossene Art, wie Herr Lindner seine Thüringer Truppe auf Spur gebracht hat, war erfolgreich.“

          Eben-Worlée legt aber auch Wert auf die Feststellung: „Wir Familienunternehmer stehen an der Seite aller bürgerlichen Parteien mit wirtschaftlicher Vernunft – und dazu zählen durchaus auch Teile der Grünen und der SPD.“ Auch die Unternehmer, die der FDP eng verbunden sind, sei es als Mitglied oder durch eine beratende Mitarbeit im Wirtschaftsforum der FDP, stärken den Liberalen den Rücken. Hans Georg Näder, der Mehrheitsgesellschafter des Prothesenherstellers Ottobock, der einen seiner Standorte im thüringischen Königsee hat und insgesamt mehr als 7000 Menschen beschäftigt, bezeichnet den „Fauxpas“ der FDP in Thüringen zwar als „toxischen Polit-Supergau“, der die AfD noch weiter stärke. Zudem seien weder der Abbruch der Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl noch das „Politchaos in Erfurt“ politische Meisterwerke von Christian Lindner gewesen. Doch Näder, der 2015 aus der CDU aus- und in die FDP eingetreten ist, sieht keinen Grund, mit der Partei zu brechen. „Mein Engagement für die FDP sollte sich nicht an Momentaufnahmen orientieren“, sagt er.

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