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Hanks Welt : Thomas Mann und der Kampf gegen die Feinde der Freiheit

Thomas Mann (1875-1955) und seine Tochter Erika bei ihrer Ankunft in New York 1939. Bild: dapd

Damit die Demokratie triumphiere, müsse sie kämpfen, forderte der Literaturnobelpreisträger Thomas Mann vor gut 80 Jahren. Auch heute reicht es nicht, die Werte der Toleranz und Freiheit nur zu beschwören.

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          Als Katja und Thomas Mann im Februar 1938 zu einer Vortragsreise in die USA in Le Havre an Bord der Queen Mary gingen, schwante ihnen, dass diese Reise womöglich der Beginn eines langen Exils werden könnte. Seit 1933 hatte das Paar Zuflucht in Küssnacht am Zürichsee gefunden. Der sich abzeichnende „Anschluss“ Österreichs ließ ihnen selbst die Schweiz nicht mehr als hinreichend sicher erscheinen.

          Rainer Hank
          Freier Autor in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Der Vortrag, den der Schriftsteller auf dieser Reise in vielen Städten Amerikas halten sollte, trug – in einer Zeit der größten Gefährdung der offenen Gesellschaft – den kontrafaktischen Titel „Vom kommenden Sieg der Demokratie“. Ge­rade weil Demokratie „heute kein gesichertes Gut“ sei, sondern angefeindet, von innen und von außen bedroht, tue eine „Selbstbestimmung der Demokratie“ not. Die Freiheit müsse „ihre Männlichkeit“ entdecken, so Thomas Mann, sie müsse lernen, „in Harnisch zu gehen und sich gegen ihre Todfeinde zu wehren“. Die Rede mündet in den berühmten Satz, die Welt müsse endlich begreifen, „dass sie mit einem Pazifismus, der eingesteht, den Krieg um keinen Preis zu wollen, den Krieg herbeiführt, statt ihn zu bannen“.

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