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Dax-CEO im Porträt : Konzernsteuerung aus 5700 Kilometern Entfernung

Thierry Bernard, 57, ist seit Oktober 2019 Vorstandsvorsitzender des deutschen Diagnostikanbieters Qiagen. Bild: Stefan Finger

Thierry Bernard führt den Dax-Konzern Qiagen. Schon vor der Corona-Pandemie ging er lieber daheim in Boston ins Büro als in der deutschen Firmenzentrale.

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          Nach Corona, so scheint es, kräht in Deutschland kein Hahn mehr. Die Temperaturen steigen, die Leute freuen sich des Lebens. Die Kneipen sind voll, Impfnachweise sind egal; in den Schulen wird nicht mehr getestet, kaum jemand trägt noch Maske; die Bundesregierung hat sogar ihren Krisenstab aufgelöst. Wer davor warnt, auf den Rausch des Sommers könne im Herbst ein Kater folgen, macht sich als Spaßbremse unbeliebt.

          Sebastian Balzter
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das ist eine Rolle, die Politiker gemeinhin so wenig mögen wie Manager oder Unternehmer. Aus der Wirtschaft ist folgerichtig nicht viel Kritik am gegenwärtigen Kurs zu hören. Thierry Bernard, der Vorstandsvorsitzende des Dax-Konzerns Qiagen, stellt eine Ausnahme dar. „Es ist eine Torheit, auf alle Schutzmaßnahmen zu verzichten“, sagt er der F.A.S. im ersten Interview, das er als Qiagen-Chef gibt. „Das Virus ist nicht weg. Es können sich noch gefährliche Varianten entwickeln. Darauf sollten sich Politik, Wissenschaft und Industrie jetzt vorbereiten. Als Corona neu war, sind wir eine Zeit lang wie aufgescheuchte Hühner durcheinandergelaufen. Das darf uns nicht noch einmal passieren, wenn die nächste Welle kommt.“

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