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Küchenmaschine : Thermomix goes America

  • Aktualisiert am

Thermomix-Produktion in Wuppertal Bild: dpa

In Deutschland hat der Wuppertaler Staubsaugerhersteller Vorwerk großen Erfolg mit der Küchenmaschine. Jetzt soll der Thermomix Amerika erobern.

          Die in Deutschland beliebte Küchenmaschine Thermomix soll auch bald in den Vereinigten Staaten zu haben sein - und das nicht nur über Verkaufspartys. Für die Vereinigten Staaten überarbeite Vorwerk sein Vertriebskonzept, sagte der Chef des Wuppertaler Unternehmens, Reiner Strecker, dem „Handelsblatt“ (Freitagsausgabe). Dort wolle Vorwerk auch eigene Läden eröffnen und stark auf Social Media und das Internet setzen. „Vielleicht gibt’s dann auch Live-Cooking-Events via Netz“, sagte Strecker. Erste Tests liefen in Kalifornien.

          Der mehr als 1000 Euro teure Thermomix ist der Kassenschlager von Vorwerk. Weltweit wird das Modell bereits in 13 Ländern verkauft. Als Hauptumsatzbringer legte er 2015 fast 50 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu und trug damit entscheidend zum neuen Umsatzrekord bei. Der Verkauf der Küchenmaschine Thermomix sei mittlerweile das wichtigste Geschäftsfeld des mehr als 130 Jahre alten Unternehmens, sagte Vorwerk-Gesellschafter Rainer Christian Genes. Von dem aktuellen Modell, das Ende 2014 auf den Markt gekommen ist, wurden laut Strecker bereits zwei Millionen Stück verkauft.

          Die Version des Vorwerk-Chefs: Der Thermomix könnte in Single-Haushalten die ganze Küche ersetzen. „Es wird sicherlich keine zehn Jahre mehr dauern, bis der Thermomix selbst die Zutaten für das Essen bestellt.“

          Weltweit vertreibt das Wuppertaler Unternehmen seine Produkte mit einem Heer von über 600.000 meist selbstständigen Vertretern und zählt damit nach eigenen Angaben zu den führenden Unternehmen der sogenannten Direktvertriebsbranche. Dem standen rund 12.600 angestellte Vorwerk-Mitarbeiter gegenüber.

          Nach Vorwürfen der australischen Verbraucherorganisation Choice, die Verbrennungen durch aus dem Thermomix geschleudertes heißes Essen beklagt hatte, rechne man nun in den kommenden Wochen mit einer Stellungnahme der zuständigen Verbraucherschutzbehörde ACCC, sagte Genes. Zu den einzelnen Vorfällen könne das Unternehmen derzeit jedoch keine Stellung nehmen, da bislang eine Kontaktaufnahme mit der Verbraucherorganisation gescheitert sei.

          Bereits im Jahr 2014 seien jedoch vorsorglich an weltweit rund einer Millionen Modellen eines Vorgängertyps die Dichtungen
          ausgetauscht worden. Bei Beachtung der entsprechenden Hinweise aus der Gebrauchsanleitung sei der Thermomix ein „sicheres Produkt“, zeigte sich der Manager überzeugt. Derartige Probleme seien dem Unternehmen aus anderen Ländern bislang nicht gemeldet worden.

          Auch bei der deutschen Verbraucherzentrale in Düsseldorf liegen derzeit nach Angaben von Sprecher Georg Tryba keine Beschwerden wegen möglicher Sicherheitsprobleme beim Thermomix vor. Eine ganz andere Frage sei jedoch, ob die Anschaffung einer derart teuren Küchenmaschine sinnvoll sei. „Es gibt auch ein Leben ohne Thermomix“, sagte Tryba. Wer jedoch an derartigen Küchenmaschinen Spaß habe, sollte sich vorher gut informieren. „Es gibt auch Alternativen“, sagte Tryba.

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