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Küchengerät : Thermomix-Boom beflügelt Vorwerk

  • -Aktualisiert am

Blick in die Produktion des Thermomix von Vorwerk im Werk in Wuppertal. Bild: dpa

Die Nachfrage nach dem Küchengerät Thermomix ist gigantisch, geliefert wird momentan erst nach drei Monaten. Hersteller Vorwerk präsentierte dementsprechend zufrieden seine Jahreszahlen. Ausruhen wollen sich die Gesellschafter auf ihrem Erfolg aber nicht.

          Über Jahrzehnte hinweg stand das Wuppertaler Familienunternehmen Vorwerk vornehmlich für seine im Direktvertrieb an den Haustüren verkauften Staubsauger. Im vergangenen Jahr hat nun erstmals in der
          Unternehmensgeschichte das Kochgerät Thermomix die Kobold-Sauger als umsatzstärkste Produktgruppe überholt. Mit einem Umsatzplus von 15 Prozent erreichte dieser Unternehmensbereich einer neue Rekordmarke von 920 Millionen Euro und steuerte damit rund ein Drittel zum Gesamtumsatzumsatz von 2,8 Milliarden Euro bei (plus 6 Prozent).

          Auch im bisherigen Jahresverlauf hat sich die Erfolgsgeschichte des im vergangenen Jahr neu eingeführten, nun mit Rezeptchips und Touchscreen ausgestatteten Modells mit einem Plus von mehr als 30 Prozent fortgesetzt. Und mit diesem Rückenwind dürfte die gesamte Vorwerk-Gruppe auf ein abermaliges Rekordjahr zusteuern. Besonders stürmisch fällt die Nachfrage für das Kochgerät derzeit in Deutschland aus, aber auch in anderen Ländern floriert der Absatz. So wird inzwischen in aller Welt alle dreißig Sekunden ein Thermomix-Gerät verkauft, wie die beiden persönlich haftenden Geschäftsführer Reiner Strecker und Frank van Oers den aktuellen Boom des eigentlich schon seit einigen Jahrzehnten auf dem Markt erhältlichen Gerätes anschaulich machen. Im vergangen Jahr lag die Taktzahl noch bei 38 Sekunden.

          Lange Wartezeiten für den Thermomix

          Bei Vorwerk ist man davon überzeugt, dass die hohe Nachfrage nach der mixenden, kochenden und knetenden Küchenfee weiterhin anhält. Um die langen Wartezeiten - derzeit dreizehn Wochen in Deutschland und elf Wochen in Frankreich - abzubauen, sollen die Produktionskapazitäten für das in diesen beiden Ländern auch hergestellte Produkt auf rund zwei Millionen Einheiten im Jahr verdoppelt werden. Eine gute Mund-zu-Mund-Propaganda, der kräftige Ausbau der Zahl an Beraterinnen oder auch digitale Angebote wie Online-Rezeptportale sind aus Sicht der Vorwerk-Geschäftsleitung wesentliche Gründe dafür, dass es zur Zeit in allen Landesgesellschaften prächtig vorangeht.

          Die nach Avon und Amway drittgrößte Direktvertriebsgruppe der Welt profitiert auch im übrigen Kerngeschäft mit Haushaltsgeräten wie den Handstaubsaugern, Saugrobotern oder Fensterreinigern von der Verzahnung des Direktvertriebs über Kundenberater und -Beraterinnen mit dem Vorwerk Online-Shop und den eigenen Läden in guten Innenstadtlagen. Man wolle den Kunden bei ihrem  Informationsbedürfnis und ihrem Einkauf die größtmögliche Flexibilität bieten, erläuterte das Führungsduo bei der Vorlage des Jahresberichtes. Alle drei Absatzkanäle entwickelten sich gleichermaßen erfreulich. Vor diesem Hintergrund ist der Ausbau des Ladennetzes über die bisher gut 30 Läden hinaus geplant: Bis Ende 2016 sollen es allein 80 eigene Geschäfte in Deutschland geben. Auch im Ausland will Vorwerk mit eigenen Shops expandieren.

          Das mehr als 130 Jahre alte Familienunternehmen, zu dem ebenso die AKF-Finanzgruppe, der amerikanische Kosmetikvertrieb Jafra oder der Teppichhersteller Vorwerk flooring gehören, nennt grundsätzlich keine detaillierten Ergebnisse. Verwiesen wird allerdings auf eine bequeme Eigenkapitalquote von 65 Prozent und eine Liquidität von aktuell mehr als einer Milliarde Euro. Damit sieht sich Vorwerk bestens gerüstet, weiterhin in Innovationen, neue Kapazitäten und damit in Wachstum zu investieren. In diesem Jahr sind dafür 128 Millionen Euro geplant. Schon bald wollen die Wuppertaler ein ganz neues Geschäftsfeld präsentieren. Verraten wollen Strecker und van Oers bisher nur so viel: Es wird mit einem Thema rund um Haushalt, Wohnen und Do-it-yourself zu tun haben. Das neue Vorwerk-Produkt soll von Beginn an über alle drei Kanäle vertrieben werden.

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