Beate Uhse: Alle Nachrichten und Informationen der F.A.Z. zum Thema

Ehemaliger Erotik-Riese Beate Uhse muss abermals Insolvenz anmelden

Dem ehemaligen Erotik-Konzern Beate Uhse geht es abermals schlecht. Erst 2018 wurde die Gesellschaft an einen niederländischen Fonds verkauft. Nun droht ein weiterer Stellenabbau. Mehr

12.07.2019, 17:46 Uhr | Wirtschaft
Beate Uhse

Das von 1946 an von Beate Uhse (1919-2001)in Flensburg aufgebaute Erotikunternehmen ist immer noch sehr bekannt, doch die Geschäfte gerieten mit der zunehmenden Digitalisierung in den vergangenen Jahren unter Druck. Jahrelang stand der Verkäufer von Erotikartikeln mit Hauptsitz in Flensburg vor allem für Sex-Shops in Bahnhofsnähe. Dort gab es Regale voller Pornofilme und schmuddelige Videokabinen. Der Katalog, ein wichtiger Vertriebskanal, glich einem Prospekt für frustrierte, in die Jahre gekommene Single-Männer. Mit dem Anspruch der Gründerin Beate Uhse, die ihre unternehmerische Tätigkeit in der Nachkriegszeit auch als Beitrag zur sexuellen Befreiung verstanden wissen wollte, hatte das nicht mehr viel zu tun.

Ein pikanter Börsengang mit trauriger Performance
Der Erotikartikel-Händler kam 1999 an die Börse. Die Aktien kosteten seinerzeit 7,20 Euro und wurden wenige Tage später sogar zu 24,65 Euro gehandelt. Seitdem ging es nur noch abwärts. Wesentliche Bereiche der Vergangenheit wie das DVD-Geschäft sind weitgehend weggefallen, den Versandkatalog gibt es seit 2016 nicht mehr. Vorstandschefs wechselten, der Firmensitz wurde von Flensburg nach Hamburg verlegt und mehr als 150 Stellen der zuletzt knapp 600 gestrichen. Wegen der Schließung von 16 der 78 Filialen wurde für 2016 ein weiterer Umsatzrückgang auf 115 bis 120 Millionen Euro erwartet (2015: 129 Millionen Euro). Die "finanzielle Restrukturierung" müsste umgesetzt werden, um die Rentabilität und Liquidität nachhaltig zu verbessern, hatte das Unternehmen nach dem ersten Quartal im Mai 2016 mitgeteilt. 2017 kostete die Aktie rund 20 Cent. Das Papier trägt einen Zinskupon von 7,75 Prozent und läuft noch bis 2019.

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