Pandemiefolgen für Näherinnen :
Der Hunger der Textilarbeiterinnen

Von Christoph Hein, Singapur
Lesezeit: 4 Min.
Näherinnen arbeiten in einer Textilfabrik in Dhakar, Bangladesch.
Die Folgen der Pandemie setzen vielen Branchen zu. Auch Näherinnen für Weltmarken wie Adidas und H&M sind betroffen. Sie geben in einer Befragung an, nicht einmal genug Geld für Essen zu haben.

Rund um die Erde leiden die Textilarbeiterinnen unter dem Stornieren von Aufträgen. Die Corona-Krise, das Schließen der Geschäfte, nun auch noch die mehr als verzehnfachten Preise für Luftfracht, zwingen die Unternehmen zur Vorsicht. Für immer mehr Textilarbeiterinnen in Bangladesch, Burma (Myanmar), Indonesien oder Pakistan aber bedeutet das, dass sie und ihre Familien nicht mehr genug zu essen haben. In einer Umfrage gaben gerade vier von fünf Eltern aus der Branche an, Mahlzeiten ausfallen zu lassen, damit ihre Kinder noch volle Teller haben. „Hunger und Unsicherheit bei der Ernährung scheint schon verbreitet und wächst weiter entlang der Lieferkette“, schreibt die Politologin Genevieve LeBaron von der Sheffield-Universität in einer Studie. Zeitgleich warnt das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen (UN) vor einer „Hunger-Pandemie“: „270 Millionen Menschen sind auf dem Weg ins Verhungern.“

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