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Tennis-Ikone : Wie Roger Federer zum erfolgreichen Unternehmer wurde

Roger Federer nach seiner Niederlage am Sonntag in Wimbledon Bild: Imago

Roger Federer zählt zu den Spitzenverdienern in der Welt. Daran ändert auch die Niederlage in Wimbledon nichts: Denn so erfolgreich wie auf dem Platz ist der Schweizer auch in geschäftlichen Dingen.

          Es war eine seiner bittersten Niederlagen. Nach einem fast fünfstündigen Kampf verlor Roger Federer am Sonntag das Tennis-Finale von Wimbledon gegen Novak Djokovic. Die Enttäuschung darüber war dem Schweizer ins Gesicht geschrieben. Im fünften und entscheidenden Satz hatte er zwei Matchbälle – und vergab sie. Trotzdem war Federer kurz nach dem Spiel schon wieder zum Scherzen aufgelegt. Er witzelte darüber, wie wohl seine Kinder auf den silbernen Teller reagieren würden, den Federer als Trophäe für Platz 2 in den Händen hielt. „Sie werden keine Freude an dem Teller haben. Sie hätten sicher lieber das goldene Ding gehabt.“ Das „goldene Ding“ ist der Siegerpokal des bedeutendsten Tennisturniers der Welt, den Federer im Laufe seiner beeindruckenden Karriere bereits achtmal gewonnen hatte.

          Johannes Ritter

          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Dass Federer allein schon für den Einzug in sein elftes Wimbledon-Finale ein Preisgeld von 1,3 Millionen Euro einheimst, wird ihn kaum trösten. Auch im – für einen Profisportler weit fortgeschrittenen – Alter von fast 38 Jahren ist es vor allem der sportliche Ehrgeiz, der ihn antreibt. Um sein Auskommen muss sich der fünfmalige Weltsportler des Jahres (niemand hat diesen Titel öfter gewonnen) schon lange keine Gedanken mehr machen. Länger als jeder andere Spieler stand Federer an der Spitze der Tennis-Weltrangliste. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat „King Roger“, wie er in der Presse ehrfurchtsvoll genannt wird, als Einzelspieler sage und schreibe 102 Titel gewonnen, darunter 20 Grand-Slam-Titel. Die Preisgelder dürften sich über die Jahre auf mehr als 120 Millionen Dollar summiert haben.

          Diese Summe wird noch um ein Mehrfaches übertroffen von den Geldern, die dem gebürtigen Basler außerhalb seiner schweißtreibenden Präzisionsarbeit auf dem Tennisplatz zufließen. Das Magazin „Forbes“ schätzt seine jährlichen Einnahmen aus Werbe- und Sponsorenverträgen auf 86 Millionen Dollar. Das Geld kommt von zwölf namhaften Adressen, darunter Rolex, Mercedes-Benz, Lindt, Moët & Chandon, Credit Suisse, Rimowa und Barilla. Das jüngste Mitglied im Club der Sponsoren heißt Uniqlo.

          Keine Skandale

          Dass es dem japanischen Bekleidungshersteller im vergangenen Jahr gelang, Federer auf dem Platz mit Hemd, Shorts, Stirnband und Socken auszustatten, war in zweierlei Hinsicht eine Sensation. Erstens hatte wohl jedermann erwartet, dass Federers langjähriger Ausstatter Nike die Partnerschaft verlängern würde. Zweitens hätte kaum jemand gedacht, dass der Schweizer gegen Ende seiner sportlichen Laufbahn noch einmal einen derart hochdotierten Vertrag würde abschließen können: Verteilt über zehn Jahre zahlen die Japaner rund 300 Millionen Dollar.

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