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Telekommunikation : Warnhinweise auf Handys

  • -Aktualisiert am

Keinen Beweis für die Schädlichkeit von Elektrosmog finden zu können, beweist nicht die Sicherheit von Handys. Deshalb wird es auf Mobiltelefonen in Großbritannien noch vor dem Weihnachtsgeschäft Warnhinweise geben.

          Alle Mobiltelefone in Großbritannien werden künftig einen Hinweis auf mögliche Gesundheitsbeeinträchtigungen durch Elektrosmog tragen. Elektrosmog, darunter versteht man Strahlung, die von elektromagnetischen Feldern ausgeht, wie sie etwa durch Mikrowellengeräte aber eben auch durch Handys erzeugt werden.

          Die Kampagne des britischen Gesundheitsministeriums zielt vor allem auf junge Handy-Nutzer. Daher kommt die Verordnung wohl noch rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft. Denn das Mobiltelefon gilt auch weiterhin als beliebtes Geschenk.

          Ein alter Streit

          Der Streit darüber, ob Elektrosmog mit Gesundheitsrisiken verbunden ist oder nicht, ist Jahre alt. Die bislang angestellten Untersuchungen konnten den zweifelsfreien Nachweis einer Schädigung durch Strahlung nicht erbringen. Der Verdacht auf Schädigungen besteht daher weiterhin. Denn besagte Untersuchungen konnten ebensowenig den Nachweis führen, dass die Gefahr einer Gesundheitsbeeinträchtigung nicht besteht.

          Das Ministerium wählte daher den Weg, auf eine mögliche Gefahr hinzuweisen. Der Vorsitzende einer im Mai 2000 durchgeführten offiziellen Untersuchung, Sir William Stewart, vertrat die Auffassung, dass der übermässigen Nutzung des Mobiltelefons durch Kinder die Unbedachtheit genommen werden sollte. Stewart sprach davon, Eltern müssten in die Lage versetzt werden, eine „informierte Wahl“ treffen zu können, wie sie sich zum Handy-Gebrauch ihrer Kinder verhalten wollen. Konkrete Handlungsanweisungen gibt der Stewart-Report nicht. Im Zweifelsfall für den Verbraucher ist die Devise.

          Ein Thema auch für Deutschland

          In Deutschland wurde die Debatte über die Schädlichkeit von Elektrosmog bislang überwiegend im Hinblick auf die Belastungen durch Hochspannungsleitungen und Mobilfunksender geführt. Grundstücksbesitzer wehrten sich massiv gegen die Errichtung von entsprechenden Anlagen in der Nähe ihrer Liegenschaften. Aber auch hierzulande verlagert sich der Fokus der Betrachtung zunehmend auf die Strahlung von Mobiltelefonen.

          Derzeit scheut die gesamte Branche noch, die SAR (Specific Absorbtion Rate) ihrer Handys zu publizieren. Diese Zahl gibt an, in welchem Ausmaß die elektromagnetischen Felder auf das menschliche Gewebe einwirken. Der Grenzwert, der durch Cenelec (European Committee for Electronical Standardization) festgelegt wurde, liegt bei 2 Watt pro Kilogramm. Das entspricht einer Erwärmung des Körpers um 0,1 Grad Celsius. Alle Mobiltelefone, die zum Handel zugelassen werden wollen, müssen diesen Wert unterschreiten.

          Warten auf einheitliches Messverfahren

          Michael Leyer, vom Pressemangagement bei Siemens und besonders mit dem Gebiet der elektromagnetischen Felder befasst, erläutert, warum die großen Hersteller die Veröffentlichung der Werte nicht offensiver angehen: „Es gibt zwar einen verbindlichen gesetzlichen Grenzwert, den alle auf dem Markt befindlichen Geräte unterschreiten, aber noch immer ist kein standardisiertes Messverfahren verabschiedet. Die Ergebnisse der einzelnen Hersteller und unabhängiger Labors differieren daher in ihrer Aussagekraft. Voraussichtlich wird es ab April 2001 ein solches Messverfahren geben. Dann werden auch die SARs von den Herstellern freiwillig veröffentlicht.“

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