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Telekommunikation : Schöne neue Welt - UMTS

  • -Aktualisiert am
Auf Empfang
          2 Min.

          Die deutschen UMTS-Lizenzen wurden im August 2000 versteigert. In den nächsten fünf Jahren müssen die neuen UMTS-Lizenzinhaber ihre Netze soweit aufbauen, dass sie 50 Prozent der Bevölkerung abdecken. 98.807.200.000 Mark wurden für die heißbegehrten Frequenzen bezahlt. Im Schnitt leistete jedes Unternehmen einen Beitrag von rund 16,5 Milliarden Mark. Neben DeTeMobil und Mannesmann Mobilfunk sind das E-Plus-Mobilfunk, Vial Interkom, debitel, Group 3G sowie MobilCom.

          Experten sprechen vom Mobilfunk der Dritten Generation (3G). Der Unterschied zwischen dem derzeitigen Mobilfunk-Standard GSM (Global System for Mobile Telecommunications) und UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) besteht in den Übertragungsverfahren.

          Grundsätzlich gliedert sich ein UMTS-System in zwei große Einheiten, das Kernnetz und das UTRAN (UMTS Terrestrial Radio Access Network). Das Kernnetz vermittelt die herkömmlichen ISDN-Telefonnetze, Highspeed-Datenleitungen und das Internet. Das Funk-UTRAN aber besteht aus eigenen Vermittlungsanlagen, die mit dem Kernnetz verbunden sind.

          Entscheidend ist die Einbeziehung des Internet-Protokolls (IP). Dadurch kann der Internet-Datenverkehr in vollem Umfang über das Kernnetz und die UTRAN-Funkschnittstellen laufen.

          Testläufe

          Die ersten Netzkomponenten sollen angeblich in den nächsten Monaten geliefert und installiert werden. Bis Anfang 2001 werden in Düsseldorf und München Festnetze aufgebaut. Bis Ende 2003 soll schließlich ein Versorgungsgrad von 25 Prozent erreicht sein, bis Ende 2005 sogar von 50 Prozent. Erste Gehversuche der Firma Ericsson laufen bereits mit WCDMA (Wideband Code Division Multiple Access) in Düsseldorf. Im Januar 1999 wurde dort der erste Sprachanruf geschaltet. Das WCDMA enthält eine Mobilfunkvermittlung, drei Basisstationen und vier Simulatoren, davon sind drei in Testwagen installiert, der vierte steht im Labor.

          Mikro- und Makrozellen

          Zunächst müssen allerdings die Startvoraussetzungen geschaffen, d.h. ein entsprechendes Funknetz mit neuen Zellen und mit neuer Hardware, aufgebaut werden.

          In der Mikro- oder Makrozelle, das heißt Stadt oder Region des Teilnehmers, wurde eine Datenrate von 384 KBit/s festgelegt. Maßstab stellt hier ein Fußgänger dar, der in einer reflexionsreichen Umgebung bewegt und per UMTS telefoniert. Die Reflexionen ändern die Feldstärkebedingungen und führen zu Datenpaket-Wiederholungen.

          In der Zelle geht man von einem sich schnell bewegenden Teilnehmer, zum Beispiel im Auto, aus. Die Bedingungen zur Ausbreitung elektromagnetischer Wellen sind hier am ungünstigsten. Hier wird nur eine Datenrate von 144 KBit/s erreicht. Dieser Wiederholungseffekt soll auch entsprechend genutzt werden. Die Infrastruktur für UMTS ist schon vorhanden, denn die bisherigen Antennen für den GMS-Standard können auch für UMTS genutzt werden. Wir können die Sendemasten schon überall sehen, auf deutschem Terrain sind rund 40.000 Exemplare verteilt. Sie sind auf Brückenpfeilern, Schornsteinen, neben Autobahnen oder auf Kirchturmspitzen installiert. Dies birgt den großen Vorteil, dass keine neuen Standorte aufgebaut, sondern die bisherigen Standorte nur ausgebaut werden müssen.

          Ausbau statt Aufbau

          Die Entfernung der Masten beträgt in den Städten jeweils nur wenige 100 Meter, auf dem Land maximal 800 Meter. Die Netzwerke müssen jedoch enger gefasst werden, sprich neue Masten errichtet werden, um neue Kapazitäten zu schaffen, denn schließlich sind 50 Prozent aller Deutschen bereits Handy-Nutzer. Dort, wo die Kapazität der Sendemasten nicht ausreicht, werden GPRS (General Packet Radio System) -Stationen vorläufig überbrücken. Der UMTS-Empfang ist dann zwar nicht so schnell, kann aber dem UMTS-Neuling wenigstens provisorisch gewährleistet werden.

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