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Telekommunikation : Nach Milliardenverlust wagt Nortel keine Prognosen

  • Aktualisiert am

Rekordverluste bei Nortel Bild: dpa

Im zweiten Quartal 2001 verbuchte Nortel mit 19,4 Milliarden Dollar einen der höchsten Verluste in der Unternehmensgeschichte.

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          Tief in die roten Zahlen gerutscht ist der Telekomausrüster Nortel Networks. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2001 verbuchte Nortel mit 19,4 Milliarden Dollar einen der höchsten Fehlbeträge in der Unternehmensgeschichte. Der weltweite Marktführer im Bereich Glasfaserausrüstung litt, wie viele Konkurrenten auch, unter der schleppenden Nachfrage in der Telekombranche. 30.000 Arbeitsplätze will das Unternehmen deshalb abbauen.

          Überraschend kam das schlechte Ergebnis nicht. Im vergangenen Monat hatte Nortel eine Gewinnwarnung ausgesprochen. Weil die Netzbetreiber ihre Ausgaben drosselten, werde auch bei Nortel der Umsatz zurückgehen, hieß es. Mit wieder höheren Ausgaben der Kunden sei nicht vor der zweiten Hälfte 2002 zu rechnen, sagte Nortel-Chef John Roth.

          Keine Prognosen für das Geschäftsjahr

          Für das dritte Quartal oder das Gesamtjahr werde das Unternehmen keine Schätzung für veröffentlichen. Lasse man Belastungen im Zuge der Restrukturierung sowie Abschreibungen außer Acht, so belief sich der Verlust von Nortel auf 1,55 Milliarden Dollar oder 48 Cent je Aktie. Vor Jahresfrist war noch ein Gewinn von 637 Millionen oder 21 Cent je Aktie erzielt worden. Der Umsatz sackte um 36 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar. Besonders hart getroffen waren die Bereiche optische Systeme und Komponenten, hieß es.

          Die höchste Belastung war laut Nortel die Abschreibung von 12,3 Milliarden Dollar für die Wertverringerung einer Reihe von Unternehmen, die Nortel im vergangenen Jahr auf dem Höhepunkt des Booms in der Technologiebranche erworben hat.

          30.000 Mitarbeiter müssen bis September gehen

          Wegen der schlechten Geschäftslage hatte das Unternehmen bereits im Frühjhar umfassende Sparmaßnahmen eingeleitet und massiv Stellen gestrichen. Von 30.000 geplanten Entlassungen seien bisher rund 23.000 vorgenommen worden. In acht Wochen soll der Zielwert erreicht sein, sagte Roth. Weitere Entlassungen seien nicht zu erwarten.

          Analysten sagten, dass die Nachrichten von Nortel die Hoffnungen auf eine baldige Erholung im angeschlagenen Telekomsektor getrübt hätten. Im nachbörslichen Handel sackte das Hochtechnologiepapier auf 7,50 Dollar von einem Schlusskurs vom regulären New Yorker Aktienhandel von 7,75 Dollar ab.

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