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Telekommunikation : Motorola wie erwartet

  • Aktualisiert am

Die Kommunikation bei Motorola scheint wieder in Gang zu kommen Bild:

Motorola, der amerikanische Halbleiter- und Telekommunikationskonzern, erwirtschaftet weiter Verluste, scheint sich aber zu stabilisieren.

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          Der Halbleiter- und Telekommunikationskonzern Motorola hat im dritten Quartal einen Verlust im Rahmen der Analysten-Erwartungen verzeichnet. Motorola erklärte am Dienstag in Chicago, der operative Verlust habe 153 Millionen Dollar oder sieben Cents je Aktie betragen.

          Analysten hatten in einer Umfrage von Thomson Financial/First Call den Verlust je Aktie im Durchschnitt ebenfalls mit sieben Cents erwartet. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 643 Millionen Dollar oder 28 Cents je Aktie erwirtschaftet. Der Umsatz sei auf 7,41 (9,49) Milliarden Dollar gesunken.

          Drittes Quartal in Folge mit Verlusten

          Bereits in den vorangegangenen zwei Quartalen hatte das Unternehmen Verluste verbucht. Damit belief sich der Verlust in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres auf 591 Millionen Dollar oder 27 Cents je Aktie.

          Motorola hatte Anfang September mit Hinweis auf die Schwäche des Mobilfunk- und Halbleitermarktes für das dritte Quartal einen Verlust zwischen fünf und acht Cents je Aktie und einen Umsatz von 7,5 Milliarden Dollar vorausgesagt.

          Der Umsatzrückgang des Mobiltelefon- und Chipherstellers im abgelaufenen Quartal ging hauptsächlich auf die Schwäche des Halbleitergeschäfts zurück. Der Umsatz in diesem Segment reduzierte sich um 48 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Für das Breitbandgeschäft wurde ein Umsatzrückgang um 31 Prozent auf 637 Millionen Dollar ausgewiesen.

          Kommunikationssparte in dezentem Aufwind

          In der Kommunikationssparte nahm der Umsatz im Vorjahresvergleich um 16 Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar ab. Gegenüber dem Vorquartal wurde jedoch ein Umsatzplus von acht Prozent erzielt. Außerdem sei der weltweite Marktanteil in dieser Sparte um zwei Prozentpunkte auf 17 bis 18 Prozent ausgedehnt worden.

          „Bis zu den schrecklichen Ereignissen am 11. September schienen unsere Prognosen anzudeuten, dass die Welt im ersten oder zweiten Quartal 2002 zu einem positiveren Wirtschaftswachstum zurückkehrt", sagte Motorola-Chef Christopher Galvin. Es sei nun aber schwierig, einen spezifischen Zeitpunkt für eine globale Erholung zu nennen.

          Stellenstreichungen verursachen Kosten

          Im dritten Quartal reduzierte das Unternehmen auch seine Schulden um 2,4 Milliarden Dollar. Einschließlich Einmalbelastungen in Höhe von zwei Milliarden Dollar betrug der Netto-Verlust im dritten Quartal 1,4 Milliarden Dollar oder 64 Cents je Aktie betragen. Die Einmalbelastung stamme aus Kostensenkungsmaßnahmen und Rückstellungen für notleidende Kredite. Das Unternehmen will nach früheren Angaben bis zum Jahresende 32.000 Stellen streichen und damit die Mitarbeiterzahl um 22 Prozent reduzieren.

          Bezüglich der notleidenden Kredite verwies Motorola auf außerordentliche Aufwendungen in Höhe von 1,3 Milliarden Dollar, die als Rücklagen für einen Kredit über zwei Milliarden Dollar für Telekommunikationsausrüstung an den türkischen Mobilfunkbetreiber Telsim dienten. Telsim habe sich bei der Rückzahlung bislang wenig kooperativ gezeigt, doch versuche man weiter, Inkasso vorzunehmen.

          Weitere einmalige Belastungen von 850 Millionen Dollar ergaben sich aus Investitionsverlusten. Kostensenkungsmaßnahmen schlugen mit 220 Millionen Dollar zu Buche. Mit dem Verkauf des Rüstungsbereichs wurden indessen 525 Millionen Dollar erlöst.

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