https://www.faz.net/-gqe-2yyb

Telekommunikation : Motorola weiter in der Zwickmühle

  • Aktualisiert am

Motorola-Chef Galvin kürzt und kürzt und kürzt Bild: AP

Motorola will in den kommenden zwölf Monaten weitere 9.400 Arbeitsplätze streichen. Das Handygeschäft bleibt problematisch.

          2 Min.

          Der US-Telekommunikationskonzern Motorola will in den kommenden zwölf Monaten weitere 9.400 Arbeitsplätze streichen. Das entspricht 8,5 Prozent der Mitarbeiter. Damit will der weltweit zweitgrößte Handy-Konzern wieder profitabel werden.

          Seit August 2000 hat Motorola-Chef Christopher Galvin bereits 39.000 Stellen von insgesamt 130.000 über Entlassungen und Verkäufe von Unternehmensteilen abgebaut. In Deutschland beschäftigt Motorola etwa 5.000 Mitarbeiter. Die Stellenkürzungen sollen im nächsten Jahr 865 Millionen Dollar einsparen. „Wir rechnen damit, im zweiten Halbjahr 2002 wieder schwarze Zahlen zu schreiben und übers Jahr profitabel zu sein“, sagte Galvin.

          In diesem Jahr sind die Umsätze von Motorola voraussichtlich um 19 Prozent zurückgegangen. Im kommenden Jahr will der Handy-Hersteller einen Gewinn von 15 Cent je Aktie erzielen. Das Unternehmen rechnet allerdings branchenweit mit einem Umsatzrückgang um 10 bis 15 Prozent.

          Problembranche Handys

          Diese Prognosen beurteilen Analysten skeptisch. Besonders kritisch wird dabei die Einschätzung des Managements des US-Elektronikkonzerns bewertet, im kommenden Jahr beim Verkauf von Mobiltelefonen zulegen zu können. Nach Meinung einiger Beobachter ist dies schwerlich möglich. So verläuft etwa laut Mark Roberts schon das Weihnachtsgeschäft bei Handys in diesem Jahr nur schleppend. “Somit werden die Regale im kommenden Jahr voller als erwartet und die Orders im traditionell schwachen ersten Quartal verzerrt sein“, sagt der Analyst von Wachovia Securities. Eine Erholung beim Verkauf von Endgeräten sei deshalb bis zum März-Quartal kaum wahrscheinlich.

          Starke Konkurrenz für Motorola

          In der Prognose nicht ausreichend berücksichtigt ist nach Einschätzung von Ed Snyder, Analyst bei J. P. Morgan, der Wettbewerb in diesem Bereich: “Nokia und Samsung werden Motorola im kommenden Jahr sicherlich einen harten Kampf liefern.“ Während einer Analystenkonferenz am Dienstagabend hatte das Management in Aussicht gestellt, Motorola werde im dritten Quartal 2002 wieder profitabel arbeiten und durch die Geschäftsentwicklung im vierten Quartal die Analystenerwartungen für das Gesamtjahr 2002 erreichen. Begründet worden war diese Einschätzung mit der Ankündigung, im Lauf des Jahres beim Verkauf von Mobilfunk-Endgeräten zulegen zu können.

          In diesem Bereich verspricht sich das Management einerseits Impulse aus der Einführung der so genannten 2,5G- und 3G-Technologien. Andererseits soll die Wettbewerbsposition durch eine effizienter gestaltete Produktion verbessert werden. Derzeit resultieren rund 35 Prozent der Erlöse des Konzerns aus dem Handy-Geschäft. Der Marktanteil von Motorola bei Mobiltelefonen lag nach einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Gartner im dritten Quartal 2001 bei 15 Prozent. Marktführer Nokia hielt 32 Prozent am Handy-Weltmarkt, Siemens und Ericsson beide knapp über acht Prozent.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Dicke Luft in Stuttgart

          Klimagipfel : Mit Verzichtspanik wird nichts erreicht

          Als müsste in einer klimafreundlicheren Welt jemand aufs Auto, aufs Heizen, Fliegen oder auf Kinder verzichten! Das Vertrauen in die Technik ist bei denen, die den Innovationsgeist am lautesten für sich reklamieren, am geringsten.
          Leonardos „Heiliger Hieronymus in der Wildnis” blieb um 1480 unvollendet.

          KI im Kunsteinsatz : Großreinemachen

          Mit Hilfe künstlicher Intelligenz wird Shakespeare sortiert und Beethoven vollendet. Werke von Leonardo und Cézanne, Kafka und Musil, Mahler und Musil warten schon. Wohin soll das führen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.